PCR-Test wird durchgeführt | picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Coronavirus in Deutschland 64.340 Neuinfektionen - Inzidenz steigt weiter

Stand: 06.01.2022 07:40 Uhr

Dem RKI sind binnen 24 Stunden 64.340 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden - die Inzidenz steigt auf 285,9. Der Städte- und Gemeindebund fordert von Bund und Ländern, Vorbereitungen für eine weitere Auffrischungsimpfung zu treffen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der offiziellen bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 285,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 258,6 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 207,4 (Vormonat: 441,9).

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit Ende Dezember von Tag zu Tag, wobei das RKI weiterhin von einer Untererfassung der Neuinfektionen wegen weniger Tests und Meldungen im Zuge der Feiertage und der Ferien ausgeht.

Knapp 22.000 Neuinfektionen mehr als in Vorwoche

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 64.340 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 42.770 Ansteckungen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.361.660 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 6.626.500 an.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 443 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 383 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 113.368.

Vorbereitungen für zweite Booster-Impfung gefordert

Wegen der Omikron-Welle forderte der Deutsche Städte- und Gemeindebund von Bund und Ländern Vorbereitungen für eine weitere Boosterimpfung gegen das Coronavirus. "Bund und Länder müssen jetzt bereits Vorkehrungen und Vorbereitungen für den Zeitpunkt treffen, wenn ein angepasster Impfstoff für die zweite Booster-Impfung bereitsteht", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Entschieden werden müsse auch, ob eine Priorisierung der nächsten Impfungen für besonders gefährdete Personen, ältere Menschen und Personal in der kritischen Infrastruktur stattfinden solle.

Angesichts der morgigen Bund-Länder-Konferenz erwartet Landsberg klare Vorgaben. "Dazu gehören eine weitere Konkretisierung und auch eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen", sagte er. Die Reduzierung der Kontakte sei die einzige Möglichkeit, um das Infektionsgeschehen zu begrenzen.

Auch müsse es klare Rahmenbedingungen für kürzere Quarantäne-Zeiten für Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur geben, insbesondere für geboosterte Personen ohne Symptome, die lediglich Kontaktpersonen gewesen seien.

Kretschmer gegen verkürzte Quarantäne

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer warnte hingegen vor einer generellen Verringerung der Corona-Quarantäne. "Omikron ist extrem gefährlich, gerade für ungeimpfte Personen. Daher gibt es keinen Grund für eine generelle Verringerung der Absonderungszeiten", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Kretschmer kritisierte die laufende Debatte als "zu einseitig". Politiker sollten auch nicht die ersten sein, die Vorschläge zu Quarantäneregeln machen, sondern die Experten des RKI, sagte er. Die Politik solle "nicht den Versuch unternehmen, dem Virus einen politischen Willen aufzuzwingen. Medizinische Notwendigkeiten müssen uns leiten, wenn wir diese Pandemie überstehen wollen."

Lauterbach will Kontaktbeschränkungen verschärfen

Morgen kommen die Regierungschefs der Bundesländer mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammen, um über die Pandemie-Lage und neue Maßnahmen zu beraten. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will dabei eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkungen vorschlagen. Zudem soll über eine mögliche Verkürzung der Quarantäne- und Isolationszeit diskutiert werden.

Bei ihrer Konferenz gestern empfahlen die Gesundheitsminister der Länder, die Isolation nach einer Corona-Infektion bei geimpften Beschäftigten in Schlüsselbereichen bereits nach fünf Tagen zu beenden. Es wird befürchtet, dass die wieder anziehenden Infektionszahlen sonst zu Personalengpässen in wichtigen Teilen der Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr, dem medizinischen und pflegerischen Bereich sowie der Energie- und Wasserversorgung führen könnten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Januar 2022 ab 05:30 Uhr.