Ein Pfleger steht an einem Bett auf einer Intensivstation in Braunschweig. | dpa

Corona-Lage in Deutschland Sinkende Inzidenz, weniger Intensivpatienten

Stand: 06.06.2021 08:00 Uhr

Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich weiter. Laut Robert Koch-Institut ist die Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile auf 24,7 gesunken. Auch auf den Intensivstationen macht sich diese Entwicklung bemerkbar.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 3852 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner, gab das RKI mit 24,7 an (Vortag: 26,3; Vorwoche: 35,2).

Das RKI wies aber erneut darauf hin, dass am vergangenen Donnerstag in vielen Bundesländern ein Feiertag war. An Feiertagen würden deutlich weniger Proben genommen und Laboruntersuchungen durchgeführt, wodurch es auch zu weniger Meldungen an die Gesundheitsämter komme.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert liegt laut RKI-Lagebericht nun bei 0,84 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 84 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

"Deutliche Entspannung zu spüren"

Die positive Entwicklung der Fallzahlen zeigt sich mittlerweile auch in den Kliniken. Aus Sicht der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat sich die Lage klar verbessert. "Auf den Stationen ist deutliche Entspannung zu spüren", sagte DIVI-Präsident Gernot Marx dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Corona-Krise sei "noch nicht geschafft, geht aber in die richtige Richtung". 

Diese Woche werden laut Marx rund 2000 an Covid-19 erkrankte Patientinnen und Patienten behandelt - ein Stand, der zuletzt Anfang November vergangenen Jahres gemeldet worden sei. Die Intensivbetten seien aber weiterhin konstant ausgelastet, weil abgesagte Operationen nun nachgeholt werden müssten.

Das disziplinierte Verhalten der Menschen sowie die Impfkampagne und Bundesnotbremse hätten Wirkung gezeigt, sagte Marx. Er appellierte jedoch an die Bürger, weiterhin vorsichtig zu sein und warnte vor einer vierten Welle. "Wenn viele Menschen unvorsichtig werden, könnten sich im Herbst aber wieder mehr Infektionen ereignen", so der DIVI-Präsident.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Juni 2021 um 07:02 Uhr.