Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach  | dpa

Mögliche Corona-Welle im Herbst Lauterbach bereitet neue Maskenpflicht vor

Stand: 26.05.2022 08:35 Uhr

Bundesgesundheitsminister Lauterbach will das Land für eine mögliche Corona-Welle im Herbst wappnen. Dafür bereitet er auch eine erneute Maskenpflicht vor. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank laut RKI weiter auf 262,6.

Für den Fall einer neuen Corona-Welle im Herbst will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Möglichkeit schaffen, wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen vorzuschreiben. Derzeit werde erneut am Infektionsschutzgesetz gearbeitet, sagte der SPD-Politiker in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

"Das läuft ja am 23.9. aus. Und dann wird die Frage erneut zu diskutieren sein, ob zum Beispiel Maskentragen in Innenräumen wieder verpflichtend wird." Das könne wieder kommen, "ich halte das auch für unbedingt notwendig, dass wir uns für den Herbst diese Möglichkeit eröffnen".

Derzeit gilt nur "Basisschutz"

Lauterbach betonte: "Das Infektionsschutzgesetz beschreibt ja nicht, was gemacht wird oder was gemacht werden soll, sondern es beschreibt, was wir nutzen können an Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen, wenn es denn dann nötig wäre." Lauterbach hatte bereits angekündigt, dass er bald ein Konzept zur Bekämpfung von Corona im Herbst vorstellen will.

Das erst kürzlich geänderte Gesetz läuft bis zum 23. September. Allgemeine Maskenpflichten für Veranstaltungen oder beim Einkaufen sowie 2G- und 3G-Regelungen sind damit seit Anfang April weggefallen. Vorerst gilt ein "Basisschutz" - etwa mit Maskenpflicht in Bussen, Bahnen, Kliniken, Praxen und Pflegeheimen. Unabhängig von staatlichen Vorgaben gibt es aber vielerorts, etwa in Kultureinrichtungen, auch weiter Schutzregeln mit Maskenpflicht.

Lauterbach verteidigt Impfstoff-Strategie

Lauterbach verteidigte die Regierungspläne zur Beschaffung von zusätzlichem Corona-Impfstoff. Man habe für den Herbst Impfstoff für drei unterschiedliche Corona-Linien - die Wuhan-Variante, einen reinen Omikron-Impfstoff und einen Kombinationsimpfstoff. "Jetzt verrate ich kein Geheimnis, indem ich sage: Einen Teil dieser Impfstoffe werden wir nachher wegschmeißen müssen."

Er betonte: "Ich weiß nicht, was kommt." Wenn eine gefährliche Welle komme, wollten alle den besten Impfstoff. "Daher werde ich lieber dafür kritisiert, dass ich später wegschmeiße."

RKI: Inzidenz bei 262

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 262,6 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 281,8 gelegen. In der Vorwoche lag die Inzidenz noch bei 383,2, im Vormonat bei 909,1.

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

136 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 39.705 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 58.719 registrierte Ansteckungen) und 136 Todesfälle (Vorwoche: 165) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich.

Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26.198.811 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Mai 2022 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.