Passanten gehen durch weihnachtliche geschmückte Einkaufsstraße. | picture alliance/dpa

Corona-Pandemie Inzidenz sinkt weiter auf 413,7

Stand: 10.12.2021 13:29 Uhr

Das Robert Koch-Institut hat 61.288 Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank weiter auf 413,7. Experten geben dennoch keine Entwarnung und fordern die Bürger zu Kontaktbeschränkungen auf.

Deutschlandweit ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Coronavirus-Fällen erneut leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete 413,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 422,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 442,1 (Vormonat: 232,1).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 61.288 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 74.352 Ansteckungen. Seit Beginn der Pandemie hat das RKI 6.423.520 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 gezählt.

Den Angaben des Instituts zufolge starben binnen 24 Stunden 484 Menschen an oder mit einer Corona-Infektion. Vor einer Woche waren es 390 Todesfälle. Damit stieg die Zahl auf 104.996.

Hospitalisierungsinzidenz bei 5,75

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,75 (Mittwoch 5,79) an. Liegt der Wert dieser sogenannten Hospitalisierungsinzidenz über drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Bundestag beschließt weitere Maßnahmen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben Bundestag und Bundesrat für eine begrenzte Impfpflicht und weitere Krisenregelungen gestimmt. Das Gesetz der neuen Koalition von SPD, FDP und Grünen sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Pflegeheimen und Kliniken bis Mitte März 2022 Nachweise als Geimpfte oder Genesene vorlegen müssen.

Neben Ärzten sollen auch Apotheken, Zahnärzte und Tierärzte mitimpfen können. Ergänzt und verlängert werden sollen Möglichkeiten für die Länder zu regional härteren Beschränkungen.

Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte am Donnerstagabend zudem gemeinsame Anstrengungen mit den Ländern für eine deutliche Beschleunigung der Impfungen an. Mit Blick auf die neue Virusvariante Omikron sagte er nach einer Schaltkonferenz mit den Regierungschefs, es sei nun umso dringender, dass möglichst Viele eine Auffrischimpfung bekämen.

Drosten besorgt über Omikron

Ähnliche Sorgen äußerte auch der Virologe Christian Drosten. Daten aus mehreren Ländern wie Südafrika, Dänemark und England zeigten, dass sich das Infektionsgeschehen etwa alle drei Tage verdoppele. "Das ist deutlich schneller als das, was wir von der Delta-Variante gewohnt waren", sagte Drosten Donnerstagabend in den tagesthemen.

Er betonte erneut die Wichtigkeit der Impfung: "Jeder der kann, muss sich jetzt boostern lassen. Alle Ungeimpften müssen sich hinsetzen und ganz genau nachdenken, ob sie wirklich das aufrechterhalten wollen, angesichts auch dieser neuen Gefahr. Dieses Virus wird auch die Ungeimpften treffen." Noch immer gebe es bei den über 60-Jährigen eine viel zu große Impflücke in Deutschland, aber auch bei den Jüngeren.

RKI: Risiko für ungeimpfte "sehr hoch"

Auch das RKI schätzt das Gesundheitsrisiko für Ungeimpfte in Deutschland weiter als "sehr hoch" ein. Das geht aus dem Wochenbericht hervor, den das Institut am Donnerstag veröffentlichte. "Nur durch eine Intensivierung der kontaktbeschränkenden Maßnahmen und rasche Erhöhung der Impfraten kann die Situation verbessert werden."

Das RKI rät dringend dazu, größere Veranstaltungen und enge Kontaktsituationen, wie etwa Tanzveranstaltungen oder Weihnachtsfeiern, möglichst abzusagen oder zu meiden. Dieser Appell richte sich an Ungeimpfte ebenso wie an Geimpfte und Genesene.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Dezember 2021 um 07:30 Uhr.