Menschen warten auf einen Coronatest an der von einer Arztpraxis betriebenen Corona-Teststelle Hannover-Laatzen | picture alliance/dpa

Coronavirus Inzidenz sinkt - Datenlage unklar

Stand: 29.12.2021 04:47 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt laut RKI auf 205,5 - wegen der Feiertage sind die Daten aber weiter ungenau. Gesundheitsminister Lauterbach will möglichst schnell für Klarheit sorgen - vor allem wegen Omikron.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 40.043 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 5616 Fälle weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 45.659 Positiv-Tests gemeldet wurden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 205,5 von 215,6 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

414 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 111.219. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als sieben Millionen Corona-Tests positiv aus.

Das RKI weist darauf hin, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel weniger getestet wird und demnach vermutlich weniger Fälle gemeldet werden.

Lauterbach: Lage schwer einzuschätzen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht die Einschätzung der Pandemielage in Deutschland durch diese ungenauen Daten derzeit erschwert. Gerade die Dynamik der neuen Coronavirus-Variante Omikron sei "in den offiziellen Zahlen nicht zutreffend abgebildet wegen der Testausfälle und Meldeverzögerungen", sagte Lauterbach der "Bild". "Ich beschaffe mir gerade mit dem RKI und zahlreichen Datenquellen aus ganz Deutschland ein Gesamtbild zur Lage." Der Zeitung zufolge will Lauterbach die Gesundheitsämter dazu bringen, schnell die Kapazitäten für Tests und Kontaktnachverfolgungen wieder hochzufahren.

Zuletzt war die Zahl der innerhalb eines Tages an das RKI übermittelten sicher nachgewiesenen und wahrscheinlichen Omikron-Fälle in Deutschland stark gestiegen - am Dienstag laut RKI um 45 Prozent im Vergleich zum Vortag. Für die laufende Woche rechnet das Institut mit einer "hohen Anzahl an Neu- und Nachmeldungen". In Deutschland wird nur ein kleiner Teil der positiven Testproben auf Varianten hin untersucht. In vielen Ländern Europas schnellten die Infektionszahlen in den vergangenen Tagen aufgrund der sehr ansteckenden Omikron-Variante rapide in die Höhe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Dezember 2021 um 06:00 Uhr.