Zwei alte Menschen auf einer Bank | dpa

Chefin der Rentenversicherung "Ordentliches Renten-Plus" erwartet

Stand: 12.09.2021 08:19 Uhr

Nach der Nullrunde in diesem Jahr können Rentner 2022 mit einem "ordentlichen Plus" rechnen. Das sagte die Chefin der Rentenversicherung. Laut Bundesregierung gibt es ein drastisches Gefälle zwischen Renten und Beamten-Pensionen.

Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können sich nach einer Nullrunde 2021 im nächsten Jahr wieder auf eine Erhöhung ihrer Altersbezüge einstellen. "Ich gehe davon aus, dass die ausgebliebene Erhöhung im kommenden Jahr in gewissem Umfang nachgeholt wird und die Rentner 2022 ein ordentliches Plus bekommen werden", sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Vierte Welle beeinflusst Höhe

Wie viel mehr es sein werde, wisse man jedoch erst im nächsten Frühjahr, denn man müsse die Lohnentwicklung im gesamten Jahr 2021 betrachten. Derzeit lasse sich noch nicht abschätzen, wie sich die vierte Corona-Welle auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt auswirke.

Die gesetzliche Rentenversicherung sei jedoch, was die Einnahmen angehe, bisher stabil durch die Corona-Krise gekommen. Ein Grund dafür sei, dass die Rentenversicherung in der Pandemie auch auf Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld und Krankengeld Rentenbeitragszahlungen erhalte.

Pensionen deutlich höher als Renten

Allerdings gibt es eine große Diskrepanz zwischen Renten und Beamten-Pensionen. 82 Prozent der gesetzlichen Renten belaufen sich auf weniger als 1500 Euro. Dagegen liegen 95,1 Prozent der Pensionen von Bundesbeamten über 1500 Euro. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt.

"Das Gefälle zu den Beamten-Pensionen zeigt eine Zweiklassengesellschaft", sagte der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Dietmar Bartsch. Die Linke trete für eine große Rentenreform ein, die sich an Österreich orientiere. Dort zahlten alle Bürger ein, auch Beamte, Selbstständige und Politiker.

Statistik genauer betrachten

Das Bundesarbeitsministerium weist laut RND in seiner Antwort auf die Anfrage der Linkspartei darauf hin, dass in die Statistik unter anderem auch sehr niedrige Renten eingingen, etwa aufgrund von geringen Beschäftigungszeiten. Beamte würden jedoch nach dem Lebenszeitprinzip eingestellt. Zudem hätten viele von ihnen einen Hochschulabschluss.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. September 2021 um 04:00 Uhr in den Nachrichten.

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KOMMENTARE

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FakeNews-Checker 12.09.2021 • 13:56 Uhr

Drum aufgepaßt bei der Berufswahl !

Würden Alle Beamte, gäbe es weder Rentnerarmut noch Rentengefälle.