Die Nase der Regierungsmaschine Konrad Adenauer

Panne auf Merkels G20-Flug Ministerium nimmt Lufthansa in Schutz

Stand: 27.12.2018 18:31 Uhr

Wer ist verantwortlich für die Panne auf dem G20-Flug von Kanzlerin Merkel? Laut "Spiegel" lag der Fehler bei "Lufthansa Technik". Diese Darstellung weist das Verteidigungsministerium zurück.

Es war ein peinlicher Vorfall: Im November musste der Regierungsflieger von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zum G20-Gipfel in Buenos Aires umkehren.

Nun hat das Verteidigungsministerium einem Bericht widersprochen, wonach ein Wartungsfehler der "Lufthansa Technik" für die Odyssee verantwortlich sei. "Maßgeblich für den Zwischenfall war ein Ausfall eines Bauteils, in der Folge auch der Funkgeräte. Dies liegt nicht an Lufthansa Technik", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur dpa.

"Das Flugzeug war immer in einem sicheren Zustand, und die Sicherheit an Bord war immer gewährleistet", betonte der Sprecher.

"Spiegel" beruft sich auf Untersuchungsbericht

Einem "Spiegel"-Bericht zufolge ist die Panne maßgeblich auf einen Fehler der Lufthansa-Tochter zurückzuführen. Dies ergebe sich aus einem vertraulichen Untersuchungsbericht der Bundeswehr, berichtete das Nachrichtenmagazin. Laut dem Bericht hatte es die Lufthansa-Tochter versäumt, die Flugbereitschaft der Bundeswehr über ein neu eingebautes, digitales Kommunikationssystem zu informieren.

Als das System während des Fluges zum G20-Gipfel ausfiel, verließ sich demnach die Crew der Regierungsmaschine auf eine falsche Notfall-Checkliste. Es sei ihr deshalb nicht gelungen, das Funksystem wieder hochzufahren.

Wegen des Ausfalls von Teilen der Bordelektronik konnte die Maschine den Flug nach Argentinien nicht fortsetzen. Die Langstreckenmaschine musste wieder umkehren und mit vollen Tanks in Köln landen - kein ungefährliches Manöver, denn durch das hohe Gewicht der Maschine heizen sich die Bremsen stark auf.

Statt mit der Flugbereitschaft flogen die Kanzlerin und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am nächsten Tag mit einer Linienmaschine zum G20-Gipfel nach Buenos Aires.

Die Regierungsmaschine in Köln | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX/Shutte
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Die Regierungsmaschine musste umkehren und auf dem Flughafen Köln-Bonn landen.

Auch Lufthansa weist Vorwürfe zurück

Schon vor dem Ministerium dementierte auch die Lufthansa den Vorwurf, einen Fehler gemacht zu haben. Der Konzernsprecher von "Lufthansa Technik", Jens Krüger, sagte der dpa, dass das Unternehmen "zu jedem Zeitpunkt sämtliche luftrechtlichen Vorgaben" eingehalten habe. "Das gilt auch für den Umgang mit den Dokumentationspflichten." Zu Einzelheiten äußerte er sich nicht.

Mehrere Pannen mit der "Konrad Adenauer"

Zuletzt war es vermehrt zu Zwischenfällen mit der "Konrad Adenauer" gekommen. Schon im Oktober strandete Finanzminister Olaf Scholz samt Delegation nach der Tagung des Internationalen Währungsfonds auf Bali, weil Nager Elektronikkabel des Regierungsfliegers angeknabbert hatten. Das Finanzministerium musste den Chef samt Sprecher, Staatssekretären und Leibwächtern auf einen Linienflug umbuchen - 20 Journalisten und weitere Delegationsmitglieder bleiben in Indonesien zurück.

Auch auf einer Afrika-Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte es unlängst Verzögerungen mit der "Konrad Adenauer" wegen eines technischen Defekts an einem Triebwerk gegeben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Dezember 2018 um 18:00 Uhr.

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