Kahlgeschorene Rechtsextreme | Bildquelle: picture alliance / dpa

Zahlen der Beratungsstellen "Täglich fünf Opfer rechter Gewalt"

Stand: 02.04.2019 11:48 Uhr

Die Zahl rechter Angriffe im Osten ist gestiegen, melden die Beratungsstellen. Im vergangenen Jahr gab es demnach mehr als 1200 Angriffe. Die Zahlen der Opferberater sind erfahrungsgemäß höher als die der Behörden.

Die Beratungsstellen für Opfer rechtsextrem motivierter Gewalt haben einen Anstieg von Angriffen in Ostdeutschland registriert. Im vergangenen Jahr sei die Anzahl der rechten Gewalttaten im Vergleich zum Vorjahr um rund acht Prozent gestiegen. Das teilte der Verband der Beratungsstellen (VBRG) mit.

In den ostdeutschen Bundesländern und Berlin gab es demnach 1212 Angriffe, die rassistisch und antisemitisch waren - ein Großteil davon Körperverletzungen. VBRG-Vorstandsmitglied Robert Kusche sprach von 1789 Betroffenen. Damit seien im Osten täglich mindestens fünf Menschen Opfer rechter Gewalt geworden. Unter den Betroffenen waren demnach mehr als 250 Kinder und Jugendliche.

Gegen Minderheiten und Andersdenkende

Zwei Drittel aller Angriffe - 793 Fälle - seien rassistisch motiviert gewesen und hätten sich zu einem großen Teil gegen Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund gerichtet, hieß es. Eine weitere große Gruppe von Betroffenen rechter Gewalt seien vermeintlich politische Gegner gewesen. Hier melden die Beratungsstellen 188 Fälle.

In Berlin gab es demnach 8,6 Angriffe pro 100.000 Einwohner, in Sachsen 7,8 und in Thüringen 7,5 Angriffe. In Brandenburg seien es sieben Angriffe, in Sachsen-Anhalt 6,9 und in Mecklenburg-Vorpommern sechs gewesen. Für die westdeutschen Bundesländer gibt es den Angaben zufolge keine vergleichbare flächendeckende Beobachtung, wie sie die Beratungsstellen im Osten praktizieren.

Der Verband befürchtet, dass die Zahl rechter Gewalt in diesem Jahr noch zunimmt - vor allem, weil in Brandenburg, Sachsen und Thüringen Landtagswahlen anstehen. Gleichzeitig kritisierte er die offiziellen Statistiken zu rechten Straftaten als ungenügend. Die Beratungsstellen erfassen regelmäßig mehr Taten als die Behörden.

2017 meldeten die Beratungsstellen 1123 Delikte in Ostdeutschland und Berlin. In der Statistik des Bundesinnenministeriums waren 821 Fälle politisch motivierter Kriminalität erfasst.

Zahl der rechtsextemen Gewalttaten gestiegen
tagesschau 15:00 Uhr, 02.04.2019, Martin Polansky, ARD Berlin

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Mehr rechte Gewalt im Osten: die Beratungsstellen für Opfer schlagen Alarm
Angela Ulrich, ARD Berlin
02.04.2019 17:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. April 2019 um 13:00 Uhr im Mittagsecho.

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