Beamte des Zoll führen nach Razzien in Frankfurt einen Beschuldigten mit einer Decke über dem Kopf ab. | dpa

Verdacht auf Steuerdelikte Razzien und Festnahmen in mehreren Städten

Stand: 30.09.2020 13:15 Uhr

Mit Durchsuchungen ist der Zoll gegen etwa 50 Beschuldigte in mehreren deutschen Städten vorgegangen. Es geht um den Verdacht der Steuerhinterziehung und des nicht gezahlten Lohns. Mehrere Menschen wurden festgenommen.

Der Zoll hat am Morgen in mehreren Städten Razzien gegen rund 50 Beschuldigte durchgeführt. Dabei gehe es um den Verdacht nicht gezahlten Lohns, der Steuerhinterziehung und der gewerbsmäßigen Beihilfe zu anderen Straftaten, erklärte der Zoll in Frankfurt am Main. Die Verdächtigen sollen den Staat und die Sozialkassen um mindestens dreieinhalb Millionen Euro betrogen haben.

Schwerpunkt der Einsätze sei Frankfurt gewesen, aber auch Hamburg, München und Berlin sollen betroffen sein. Im Taunus und im baden-württembergischen Lörrach gab es demnach ebenfalls Einsätze.

Ein Beschuldigter soll etwa Rechnungen in Höhe von 30 Millionen Euro geschrieben haben. Mit diesen seien Schwarzarbeiter bezahlt worden.

Mehrere Festnahmen

Laut einem Zollsprecher wurden sechs Menschen festgenommen. Die Beschuldigten seien im Alter von 32 bis 48 Jahren. Dem Zoll zufolge waren die Verdächtigen unter anderem im Sicherheitsgewerbe tätig.

Zudem soll ersten Informationen zufolge ein in Frankfurt Festgenommener Verbindungen ins Rockermilieu haben. Gegen ihn liefen auch Ermittlungen der Polizei.

Insgesamt soll es rund 100 Durchsuchungsbefehle geben. Nach Informationen des Hessischen Rundfunks waren bundesweit 900 Beamte im Einsatz, darunter auch bewaffnete Spezialkräfte.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. September 2020 um 10:45 Uhr.