Weihnachtsmarkt in Potsdam | Bildquelle: AFP

Potsdam Millionenerpressung steckt hinter Bombenalarm

Stand: 03.12.2017 15:55 Uhr

Hintergrund des Bombenalarms am Potsdamer Weihnachtsmarkt ist nach Erkenntnissen der Ermittler eine Erpressung des Paketzulieferers DHL. Dies sagte Brandenburgs Innenminister Schröter in Potsdam. Die Täter verlangten eine Millionensumme. Die Paketbombe war hoch gefährlich.

Hinter der in Potsdam gefundenen Paketbombe steckt nach Erkenntnissen der Ermittler eine Millionenerpressung gegen den Paketdienst DHL. Die am Freitag an eine Apotheke am Weihnachtsmarkt gesendete Lieferung stehe in diesem Zusammenhang, sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter in Potsdam.

Damit sei klar, dass die Bedrohung mit an "Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" nicht dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt der brandenburgischen Landeshauptstadt gegolten habe, sagte der Minister. Die Täter verlangten eine Millionensumme.

Hinter Paketfund steckt offenbar Erpressung
tagesthemen 22:45 Uhr, 03.12.2017, Victoria Kleber, RBB

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Die Sendung wurde von einem Postzustelldienst zugestellt, darin befanden sich eine Blechbüchse mit Nägeln, Batterien sowie Drähte, ein verdächtiges Pulver und ein Polenböller. Den Ermittlern erscheint es inzwischen als wahrscheinlich, dass das Paket zündfähig war. Dass es keine Explosion gab, sei offenbar einem glücklichen Zufall zu verdanken, sagte Schröter.

Explosion hätte schwerste Verletzungen zur Folge gehabt

Die Paketbombe war nach den neuesten Erkenntnissen der Polizei sehr gefährlich. Sie hätte bei einer Explosion schwerste Verletzungen zur Folge gehabt. Ihr lag ein Erpresserbrief bei, sagte Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Die Nachricht sei als so genannter QR-Code im Internet verschlüsselt worden, aber eindeutig rekonstruiert worden. Aus dem Schreiben gehe die Erpressung gegen DHL hervor, so Mörke. Eine ähnliche Lieferung sei vor einiger Zeit in Frankfurt (Oder) aufgetaucht. In dem Bekennerschreiben wurde Bezug auf diesen Fall genommen.

Der oder die Täter nähmen schwerste Verletzungen der Adressaten oder sogar deren Tötung billigend in Kauf, sagte Schröter. Es scheine sich nach bisherigen Erkenntnissen um regional agierende Täter zu handeln.

Der Weihnachtsmarkt in der Potsdamer Innenstadt ist mit einem Band abgesperrt. | Bildquelle: dpa
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Die Potsdamer Innenstadt am Freitag. Die Bedrohung galt mit an "Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" nicht dem Weihnachtsmarkt, so Minister Schröter.

Weitere Sendungen wahrscheinlich

Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich, so Mörke. Die Ermittler würden davon ausgehen, dass der oder die Erpresser aus dem Raum Berlin-Brandenburg stammen. Allerdings könne er aus ermittlungstaktischen Gründen keine Hintergründe dazu nennen. Ermittelt wird nun wegen versuchter räuberischer Erpressung und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.

Die Polizei rät angesichts der Erpressung von DHL zu Vorsicht bei unbekannten Paketen, die vorrangig an kleinere Unternehmen oder auch Privatleute geschickt werden könnten. Hinweise seien zum Beispiel unbekannte Absender, Rechtschreibfehler oder auch aus dem Paket ragende Drähte. Im Zweifel solle die Polizei informiert werden. "Wer ein auffälliges Paket zugestellt bekommt, nicht öffnen", warnte Innenminister Schröter. Konkrete Hinweise auf weitere Pakete im Umlauf hat die Polizei aber derzeit nicht.

Der Luisenplatz in Potsdam | Karte vergrößern

Über dieses Thema berichtete am 03. Dezember 2017 tagesschau24 um 16:00 Uhr und die tagesschau um 17:15 Uhr.

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