Hände auf einem Tisch | Bildquelle: dpa

Antwort der Bundesregierung Zahl der Pflegekinder nimmt zu

Stand: 30.04.2019 13:53 Uhr

In Deutschland leben so viele Kinder in Pflegefamilien wie nie zuvor. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl laut Bundesregierung von 60.000 auf 81.000. Die Linkspartei sprach von einem "Armutsphänomen".

In Deutschland hat die Zahl der in Pflegefamilien untergebrachten Kinder einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über die die "Welt" berichtete. Die Zahl der Kinder, die zur Vollzeitpflege in Pflegefamilien untergebracht sind, sei von gut 60.000 im Jahr 2008 auf mehr als 81.000 im Jahr 2017 gestiegen. Knapp 100.000 weitere Kinder und Jugendliche waren dem Bericht zufolge 2017 in Heimerziehung untergebracht.

Durchschnittlich leben Kinder etwa 16 Monate lang in Kinder- und Jugendheimen, die Dauer sei relativ konstant. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Pflegefamilien stieg demnach von 27 Monaten im Jahr 2008 auf inzwischen 30 Monate an.

Viele Kinder leben in Pflegefamilien
tagesschau 17:00 Uhr, 30.04.2019, Julia Krittian, ARD Berlin

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Meist aus sozial schwachen Verhältnissen

Der Großteil der Kinder und Jugendlichen in Pflegefamilien kommt nach Angaben der Bundesregierung aus sozial schwachen Verhältnissen: 78 Prozent der Kinder stammen demnach aus Herkunftsfamilien, die Transferleistungen beziehen, 55 Prozent aus Alleinerziehendenhaushalten.

Aus der Antwort der Bundesregierung geht nicht hervor, was die Gründe für den Anstieg der staatlichen Inobhutnahmen sein könnten. Die Linkspartei sprach von einem Armutsphänomen. "Kinderarmut bedeutet strukturelle Kindeswohlgefährdung - das zeigen die Zahlen deutlich", sagte der kinder- und jugendpolitische Sprecher der Linksfraktion, Norbert Müller der "Welt". Die Verantwortung dafür trügen nicht die Eltern, sondern eine Sozialpolitik, die Arme systematisch ausgrenze und benachteilige.

Eine Frau schubst auf dem Spielplatz eines Kindergartens ein Mädchen auf einer Schaukel an
galerie

Viele Kinder in Pflegefamilien kommen aus sozial schwachen Verhältnissen.

Familienministerium spricht von "guter Entwicklung"

Das Familienministerium bewertete die Entwicklung dagegen durchaus positiv. Es zeige sich, "dass die Jugendämter vor Ort gute Arbeit leisten und sich der verschiedenen Problemlagen annehmen können", sagte ein Ministeriumssprecher. Die Jugendämter hätten mit mehr Fällen zu tun, weil mehr "problematische Fälle" gemeldet würden. "Wir halten es grundsätzlich für eine sehr gute Entwicklung, wenn wir in der Gesellschaft eine höhere Sensibilität für die Fragen des Kindeswohls haben."

Vielerorts werden Pflegefamilien gesucht

Laut einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Umfrage der Deutschen Presse-Agentur werden in vielen Bundesländern Pflegefamilien für Kinder und Jugendliche gesucht. Beispielsweise fehlten in Berlin jährlich etwa 500 Familien, wie der dort ansässige Träger "Familien für Kinder gGmbH" erklärte. Auch das nordrhein-westfälische Familienministerium gab an, dass die die dortigen Jugendämter verstärkt nach Pflegeeltern suchten.

Zu Beginn dieses Jahres waren schon einmal Zahlen bekannt geworden, wonach die Zahl der Inobhutnahmen von Kindern kontinuierlich steigt. Den Höhepunkt bildeten die Jahre 2015/2016, weil unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Einrichtungen der Jugendhilfe betreut werden.

Linken-Anfrage: So viele Kinder in Pflegefamilien wie noch nie
Sabine Müller, ARD Berlin
30.04.2019 12:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. April 2019 um 15:00 Uhr.

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