Teströhrchen für PCR-Tests in einem Labor | dpa

Binnen einer Woche Zahl der Omikron-Fälle verdreifacht

Stand: 04.01.2022 13:56 Uhr

Die Zahl der seit November nachgewiesenen und wahrscheinlichen Omikron-Fälle hat sich nach Angaben des RKI binnen einer Woche verdreifacht. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg erneut - vor allem im Norden.

Die Zahl der an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten sicher nachgewiesenen und wahrscheinlichen Omikron-Fälle hat sich binnen einer Woche mehr als verdreifacht. 35.529 Infektionen würden nun der neuen Corona-Variante zugeordnet, hieß es auf einer RKI-Übersichtsseite. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 10.443 gelegen. Die Zahl bezieht sich auf Fälle seit November, die meisten Nachweise stammen aktuell mit 20.525 aus der vergangenen Woche (Vorwoche: 9584).

Eine Grafik des RKI zur zeitlichen Entwicklung zeigt einen sehr steilen Anstieg der wöchentlich gemeldeten Zahlen in Verbindung mit Omikron. Für die laufende und auch die zurückliegende Woche rechnet das RKI mit einer hohen Anzahl an Neu- und Nachmeldungen. Zwischen der erstmaligen Meldung einer Corona-Infektion und dem Laborergebnis über das Vorliegen einer bestimmten Variante können demnach je nach Nachweismethode mehrere Tage oder Wochen liegen.

Nur wenige Proben auf Varianten untersucht

In die Zahlen fließen laut RKI nur Omikron-Fälle ein, die über eine vollständige Erbgutanalyse sicher nachgewiesen sind oder bei denen ein variantenspezifischer PCR-Test einen Verdacht auf Omikron ergeben hat. In Deutschland wird nur ein kleiner Teil der positiven Proben auf Varianten untersucht.

Detaillierte Angaben zu den erfassten Fällen liegen derzeit nur lückenhaft vor. So wird aktuell für sechs Menschen aus der Altersgruppe 60 bis 79 Jahre, zwei aus der Gruppe 35 bis 59 Jahre und einen aus der Gruppe 15 bis 34 Jahre angegeben, dass sie gestorben sind. Von 361 Fällen gab es die Information, dass sie ins Krankenhaus aufgenommen wurden. Bei 564 lagen Angaben vor, dass es sich um eine Reinfektion handelt - also eine Ansteckung trotz früherer Corona-Infektion.

Inzidenz steigt auf 239,9

Die Omikron-Verbreitung dürfte auch mit ausschlaggebend dafür sein, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland wieder steigt. Für heute gab das RKI den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 239,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der bundesweite Inzidenzwert bei 232,4 gelegen, vor einer Woche bei 215,6 (Vormonat: 432,2).

Die Inzidenz steigt seit dem 30. Dezember von Tag zu Tag, wobei das RKI davon ausgeht, dass viele Fälle in der Statistik derzeit nicht sofort erfasst werden. Als Gründe dafür werden unter anderem genannt, dass rund um die Feiertage weniger getestet wird und die Meldungen nur verzögert erfolgen. In Zahlen wurden dem RKI binnen eines Tages 30.561 Corona-Neuinfektionen bemeldet. Vor genau einer Woche waren es 21.080 Ansteckungen.

Einen deutlichen Anstieg gibt es derzeit vor allem in Norddeutschland, was auch mit der Omikron-Variante zu tun haben dürfte. Den höchsten Inzidenzwert aller Bundesländer verzeichnet aktuell Bremen (516,4). Auch Hamburg liegt laut RKI-Zahlen mit 390,2 inzwischen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Und selbst Schleswig-Holstein - das Bundesland, das über Wochen die niedrigsten Werte hatte - kommt auf 295,9. Experten führen das auch auf die Nähe zu Dänemark zurück. Mit einer Inzidenz von fast 2000 ist Dänemark derzeit so stark wie kaum ein anderes Land der Welt von der Omikron-Variante betroffen.

150 Millionen Impfungen verabreicht

Eine dritte Corona-Impfung, die als wichtig für wirksamen Schutz gegen die Variante gilt, haben in Deutschland inzwischen mindestens 32,7 Millionen Menschen erhalten. Insgesamt wurde laut RKI nun die Marke von 150 Millionen Impfungen erreicht. Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben inzwischen 59,3 Millionen Menschen oder 71,3 Prozent der Bevölkerung.

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung wird sich heute mit der Frage beschäftigen, ob angesichts der veränderten Lage durch Omikron Quarantäne- und Isolationszeiten für Infizierte bzw. Kontaktpersonen verkürzt werden sollen. Ob es dazu eine Stellungnahme gibt, ist aber offen. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Januar 2022 um 12:00 Uhr.