Der Nürburgring | Bildquelle: dpa

tagesthemen mittendrin Schnelltests an der Rennstrecke

Stand: 09.10.2020 13:23 Uhr

An diesem Wochenende kehrt die Formel-1 nach sieben Jahren wieder an den Nürburgring zurück. Bis zu 15.000 Gäste werden erwartet - auch aus Risikogebieten. Kann das gut gehen?

Von Christian Kretschmer, SWR

Auf dem Campingplatz des Nürburgrings in Rheinland-Pfalz feiert Robert Meier eine kleine Privatparty in einem Pavillon - mit lauter Schlagermusik, einem Grill und einem Kasten Bier. Meier ist seit Beginn der "Schumacher-Ära" Formel-1-Fan. Gut 30 Jahre ist das jetzt her. Regelmäßig pilgert er für Rennsport-Events mit seinem Wohnwagen an den "Ring". Aber Partystimmung will kurz vor dem Beginn des Renn-Wochenendes bei ihn nicht so recht aufkommen. Zu viele Stellplätze sind frei, es regnet. "Normalerweise wäre jetzt hier alles voll", sagt Meier. "Aber wir haben nun mal andere Zeiten. Damit muss man klarkommen."

Das gilt auch für den Betreiber des Geländes, Steffen Fischer. Bis zu 3500 Gäste haben auf seinem "Camping am Nürburgring" Platz. Für dieses Wochenende geht er davon aus, dass weniger als ein Drittel kommen wird. Richtig voll dagegen war es das letzte Mal Anfang des Jahres bei einem Motorrad-Wintercamp.

Etwa 1000 Besucher rechne sich für ihn aber kaum. Allein die Gästeregistrierung mit aufwändigem Check-In-System und dafür abgestelltes Personal koste 1000 Euro pro Tag. "Aber wir müssen es machen", sagt Fischer. Die Alternative wäre, gar kein Geld zu verdienen - dann lieber Mehraufwand in Kauf nehmen.

#mittendrin: Der Formel-Eins-Zirkus findet wieder am Nürburgring statt
tagesthemen 22:35 Uhr, 08.10.2020, Ute Spangenberger, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Bis zu 15.000 Besucher erwartet

Mit deutlich mehr Organisationsaufwand hat die Nürburgring-Betreibergesellschaft ebenfalls zu kämpfen. Zwar fanden auch während der Pandemie Autorennen mit bis zu 5000 Besuchern auf den Tribünen statt - an diesem Wochenende könnten es aber bis zu drei Mal so viele werden. 15.000 Gäste haben für das Formel-1-Event Tickets gekauft. Es wird wohl die meistbesuchte Sportveranstaltung in Deutschland seit dem Frühjahr.

"Besonders das Besuchermanagement hat uns gefordert", sagt Geschäftsführer Mirco Markfort. In einem Meeting-Raum auf dem Gelände zeigt er eine Excel-Liste, in der die Gäste aufgeführt sind, die aus Risikogebieten aus dem In- und Ausland kommen: Knapp 3000 Namen stehen darauf. Sie alle haben ihre Tickets bereits gekauft, die allerdings nun per Hand von einem Mitarbeiterteam des Nürburgrings gesperrt werden. Trotzdem kommen darf nur, wer einen negativen Corona-Test vorweisen kann, der maximal 48 Stunden alt ist. Bei ihnen wird das Ticket dann wieder entsperrt.

Für Gäste aus Risikogebieten, die noch keinen Test vorweisen können, gibt es ein eigenes Testcenter am Ring. 50 bis 60 Schnelltests pro Stunde könnten hier durchgeführt werden, sagt der Organisationsleiter des Nürburgrings, Gerd Schneider. "Wir gehen allerdings von einer sehr geringen Zahl an Gästen aus, die sich tatsächlich vor Ort testen lässt." Chaotische Zustände erwarte er nicht, schließlich habe man die Gäste bereits vor Wochen auf die Zutrittsbedingungen hingewiesen. Wie viele der 15.000 Ticketkäufer letztlich nach Hause geschickt werden, werde man wohl erst am Sonntag wissen.

"Hier wird eine Branche verteufelt, die es nicht verdient hat"

Aber ist so eine Großveranstaltung bei zuletzt rapide steigenden Corona-Fallzahlen überhaupt zu verantworten? Nürburgring-Geschäftsführer Markfort bejaht das. Die Veranstaltungsbranche arbeite sehr strukturiert und sei für den Anstieg der Corona-Neuinfektionen nicht verantwortlich zu machen. "Hier wird eine Branche verteufelt, die es nicht verdient hat", sagt Markfort.

"Die Veranstaltung hätten wir auch in zwei, drei Wochen durchführen können, wenn die Fallzahlen womöglich noch höher sind." Die Sicherheitsvorkehrungen seien hoch: mit personalisierten Tickets, teilweiser Maskenpflicht, Abstand auf den Tribünen und Alkoholverbot auf dem Ring-Gelände.

"Es wird definitiv Stress geben"

Auf dem Campingplatz des Nürburgrings baut inzwischen wenige Meter neben Schumacher-Fan Meier ein junges Paar sein Wohnmobil auf. Bas und Ingrid van Bodegraven sind aus einem Risikogebiet angereist - aus dem Süden Hollands, drei Autostunden von der Rennstrecke entfernt. Normalerweise wären sie dieses Jahr zu elf Formel-1-Rennen gefahren, erzählen sie. Jetzt sind sie froh, dass überhaupt ein Rennen möglich ist.

Von dem maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test haben sie allerdings nichts mitbekommen. Bereits Anfang der Woche ließen sich beide in Holland auf das Virus untersuchen. Weil diese Tests nun am Nürburgring aber nicht mehr gültig sind, haben sie sich hier vor Ort nochmal testen lassen.

Jetzt dürfen sie das Ring-Gelände betreten. Ingrid van Bast glaubt, dass es vielen Gästen aus dem Ausland ähnlich gehen wird wie ihnen. "Es wird definitiv Arbeit und Stress an den Teststationen geben", sagt sie. Der Aufwand habe sich für sie aber gelohnt: "Die Vorfreude ist enorm. Ich dachte schon, ich sehe dieses Jahr gar keinen Motorsport mehr."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 08. Oktober 2020 um 22:35 Uhr.

Darstellung: