Blumen und Kerzen an der Stelle, an der in Zwickau die Eiche stand. | Bildquelle: UWE MEINHOLD/EPA-EFE/REX

Beschädigungen in fünf Städten Fünf der Mahnmale für NSU-Opfer geschändet

Stand: 13.10.2019 09:38 Uhr

In acht Städten erinnern Mahnmale an die Opfer des NSU. Immer wieder werden Orte geschändet. Allein in Rostock gab es einem Medienbericht zufolge drei Beschädigungen. Innenminister Seehofer zeigte sich empört.

Die Gedenkorte für die Opfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) werden immer wieder beschädigt. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, wurden in den vergangenen Jahren in fünf der acht Städte mit solchen Mahnmalen Angriffe registriert. Täter seien bisher nicht ermittelt worden.

Demnach wurde in Kassel 2014 der Gedenkstein für Halit Yozgat mit einer Bitumenmasse übergossen. In Rostock wurde der Gedenkort für das NSU-Opfer Mehmet Turgut seit 2014 sogar dreimal beschädigt. In Nürnberg entfernten Unbekannte 2015 eine Gedenktafel, eine Stele wurde im November 2017 mit einem Hakenkreuz beschmiert. In Heilbronn, wo die NSU-Terroristen die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet hatten, gruben Unbekannte 2008 eine Gedenkstele aus und warfen sie in den Neckar. 2014 wurde eine Gedenktafel besprüht.

"Die Schändungen der NSU-Mahnmale sind ein Schlag ins Gesicht der Hinterbliebenen, den unsere Gesellschaft nicht hinnehmen darf", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer der Zeitung.

Lediglich in Dortmund, Hamburg und München sind der "Welt am Sonntag" zufolge keine Attacken bekannt.

Doppelte Schändung in Zwickau

Erst Anfang Oktober war im sächsischen Zwickau eine Eiche abgesägt worden, die an Enver Simsek erinnern sollte. Nur wenige Tage später zerstörten Unbekannte eine Holzbank mit einer Inschrift, die an der selben Stelle wie der Baum an Simsek erinnerte. Der Staatsschutz ermittelt.

Die rechtsextremen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten den türkischen Blumenhändler Simsek im September 2000 in Nürnberg erschossen. Der Mord an dem Familienvater war der Auftakt der Mordserie des Nationalsozialistischem Untergrunds mit zehn Toten.

Blumen, Kerzen und ein Zettel an der Stelle, an der in Zwickau die Eiche stand. | Bildquelle: UWE MEINHOLD/EPA-EFE/REX
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Die kleine Eiche in Zwickau erinnerte an Enver Simsek. Unbekannte sägten sie Anfang Oktober ab.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. Oktober 2019 um 07:03 Uhr.

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