Ein Gedenkstein für eine NSU-Opfer in Zwickau | Bildquelle: dpa

NSU-Gedenkstätte Zehn Bäume für Demokratie und Toleranz

Stand: 03.11.2019 14:34 Uhr

In Zwickau hatte die NSU-Terrorzelle lange gelebt, hier hatte sie ihren letzten Unterschlupf. Nun wurde in der sächsischen Stadt ein Gedenkort für die Opfer eingeweiht - der bereits selbst Opfer einer Attacke wurde.

In Zwickau ist ein neuer Gedenkort für die Opfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) eingeweiht worden. Zehn Bäume sollen an jeden einzelnen Ermordeten erinnern, unter jedem Baum gibt es eine Gedenktafel aus Stein. In einer Schweigeminute wurde der Opfer gedacht.

Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) mahnte in ihrer Rede, mit der Eröffnung des Gedenkortes dürfe und könne das Engagement für die freiheitlich-demokratische Ordnung nicht enden. "Wir zeigen, dass der NSU Teil der Zwickauer Geschichte ist", sagte sie. Die Bäume sollten aber auch ein Zeichen der Hoffnung werden. "Sie mahnen uns, sich für ein friedliches Zusammenleben, für Demokratie und Toleranz und gegen Extremismus und Gewalt zu engagieren."

Einweihnung eines Gedenkortes für die NSU-Opfer in Zwickau
tagesschau 13:15 Uhr, 03.11.2019, Claudia Reiser, MDR

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Gedenkort wurde bereits vor Eröffnung geschändet

Zerstörter Gedenkbaum in Zwickau
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Zerstörter Gedenkbaum in Zwickau Anfang Oktober

Doch selbst ein Gedenkort für unschuldige Opfer des Rechtsterrorismus hat Feinde: Anfang Oktober wurde der erste gepflanzte Baum, der an das erste NSU-Opfer Enver Simsek aus Nürnberg, erinnern sollte, von Unbekannten abgesägt. Ein Täter wurde bislang nicht gefasst. Auf ein daraufhin eingerichtetes Spendenkonto waren innerhalb kurzer Zeit 14.000 Euro eingegangen. Es wurden Blumen niedergelegt und Mahnwachen abgehalten. In Zukunft sollen die Bäume beleuchtet sein, um Beschädigungen vorzubeugen.

Protest gegen AfD-Gedenkkranz

Am Rande der Gedenkveranstaltung kam es zu einer Rangelei zwischen der Polizei und einigen der Teilnehmer. Die hatten kurz zuvor einen Gedenkkranz der Zwicksauer AfD-Fraktion in den Mülleimer geworfen. Blumen von einer Partei, die selbst rechtes Gedankengut verbreite, seien eine zusätzliche Verhöhnung der Opfer, sagte eine junge Frau. Die Polizei hingegen wertet das Vorgehen als Sachbeschädigung.

Am Montag will Bundeskanzlerin Merkel die Gedenkstätte besuchen.

NSU: Enge Verbindung zu Zwickau

Polizisten untersuchen in Zwickau die Trümmer eines explodierten Hauses. | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Das durch eine Explosion zerstörte Wohnhaus der NSU-Terrorzelle.

Die Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe hatte jahrelang unerkannt in Zwickau gelebt und von hier aus Taten geplant. Der NSU hatte hier auch seinen letzten Unterschlupf. Die Terroristen werden für neun Morde an Ausländern sowie einer Polizistin verantwortlich gemacht.

Gedenkstätten für die Opfer des NSU gibt es mittlerweile in ganz Deutschland. Berichten zufolge kam es bereits in fünf von acht Städten mit solchen Mahnmalen zu Schändungen, teils sogar mehrfach.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. November 2019 um 13:15 Uhr.

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