Chanukka-Leuchter am Berliner Tor | Bildquelle: dpa

Nacht der Überlebenden Größter Chanukka-Leuchter Europas entzündet

Stand: 22.12.2019 19:12 Uhr

Das erste Licht an einem zehn Meter hohen Leuchter vor dem Brandenburger Tor ist anläßlich des Lichterfests Chanukka entzündet worden. Es soll ein Zeichen dafür sein, dass jüdisches Leben einen festen Platz in Deutschland hat.

An Europas größtem Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor in Berlin brennt das erste Licht. Es wurde am Nachmittag von der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und einem jüdischen Jungen aus Berlin gemeinsam entzündet.

Mit dem Entzünden des ersten Lichtes an dem zehn Meter hohen Leuchter begann das achttägige jüdische Lichterfest Chanukka. Bis zum 30. Dezember wird jeden Tag mit Einbruch der Dunkelheit eine weitere Kerze an dem achtarmigen Chanukka-Leuchter entzündet. Eine neunte Kerze in der Mitte dient dem täglichen Anzünden der anderen Lichter. Neben dem Leuchter am Brandenburger Tor, der Europas größter sein soll, stehen weitere 21 im ganzen Stadtgebiet.

Chanukka als Zeichen gegen Antisemitismus in Deutschland
tagesthemen 23:15 Uhr, 22.12.2019, Andreas Jöhrens, RBB

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Etwa 2000 Gäste sowie prominente Politiker und Religionsvertreter wohnten der Zeremonie bei, die inzwischen bereits zum 15. Mal an diesem Ort abgehalten wurde.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sagte, der Chanukka-Leuchter im Herzen der deutschen Hauptstadt sei ein Zeichen, "dass jüdisches Leben und jüdische Kultur einen festen Platz in unserem Land haben und ein Teil von uns sind". Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller erinnerte vor dem geschichtsträchtigen Ort auch an die Öffnung des Brandenburger Tores vor 30 Jahren. Er betonte: "Jüdisches Leben gehört wieder selbstverständlich zu uns."

Lichterfest Chanukka

Mit dem Lichterfest Chanukka (hebräisch: Weihung) feiern Juden den Sieg der Makkabäer über die syrischen Armeen im Jahr 164 vor Christus und die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels. Weil damals das ewige Licht im Tempel wie durch ein Wunder acht Tage lang gebrannt haben soll, wird an dem Leuchter jeden Tag eine weitere Kerze angezündet.

"Antisemitismus ist ein Gift, egal woher es kommt"

Der Berliner Chabad-Vorsitzende Rabbiner Yehuda Teichtal erinnerte an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, die sich am 27. Januar 2020 zum 75. Mal jährt. Heute sei zu beobachten, "wie der Antisemitismus wieder sein hässliches Haupt erhebt". Er versicherte: "Wir werden dem nicht nachgeben." Juden, Christen und Muslime stünden zusammen, es gebe keinen Platz für Hass in der Gesellschaft. "Antisemitismus ist ein Gift, egal woher es kommt", warnte Teichtal unter Hinweis auf links- und rechtsextremistische oder islamistische Judenfeindlichkeit.

Auch Zentralratspräsident Schuster beklagte, dass in vielen Ländern Europas die Religionsfreiheit wieder in Frage gestellt werde. Er versicherte: "Ich fühle mich in Deutschland trotz aller Anfeindungen von Feinden der Demokratie zu Hause." Nach dem Anschlag vom 9. Oktober in Halle habe es viele Zeichen der Solidarität gegeben. "Das hat uns Mut gemacht", sagte Schuster.

Bundeskanzlerin Angela Merkel legt an der Todeswand von Auschwitz einen Kranz nieder. | Bildquelle: AFP
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Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Anfang Dezember die Gedenkstätte des einstigen KZ Auschwitz besuchte, wünschte den Juden ein friedvolles Chanukka-Fest.

Nacht der Überlebenden des Holocaust

Auch in München wurde die erste Chanukka-Kerze entzündet. Dort ehrte die internationale jüdische Organisation Claims Conference Überlebende des Holocaust. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und selbst Überlebende, sagte:

"Die Erinnerung an den Holocaust lebendig zu halten, ist eine entscheidende und immer schwierigere Aufgabe. Wenn wir die diesjährigen Chanukka-Kerze in München anzünden, wird es ein weiteres Licht sein, das uns erinnert, dass die Dunkelheit sich nie durchsetzen wird und dass unser Geist die Welt erhellen kann."

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, spricht bei der internationalen Nacht der Überlebenden des Holocaust im Jüdischen Zentrum München. | Bildquelle: dpa
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Die Holocaust-Überlebende und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Knobloch, ruft bei der Nacht der Überlebenden dazu auf, die Erinnerung an den Holocaust lebendig zu halten.

Die Ehrung fand im Rahmen der Internationalen Nacht der Überlebenden des Holocaust zeitgleich in New York und Moskau statt. Am 23. Dezember folgen Paris und Jerusalem.

Claims Conference

Die 1951 gegründete Claims Conference kümmert sich seit fast sieben Jahrzehnten um Entschädigungszahlungen und die häusliche Betreuung der Holocaust-Überlebenden. Die Claims Conference ist eine gemeinnützige Organisation mit Büros in New York, Tel Aviv und Frankfurt am Main.

Die Internationale Nacht der Überlebenden des Holocaust wurde 2017 initiiert. Zeremonien fanden zunächst in Israel, den Vereinigten Staaten und Deutschland statt. Im vergangenen Jahr kam Russland hinzu und in diesem Jahr Frankreich. In München waren rund 300 Überlebende erwartet worden. "Wir werden die International Holocaust Survivors Night weltweit weiter ausbauen und den Überlebenden Tribut zollen - bevor die letzten Überlebenden von uns gegangen sind", betonte Julius Berman, Präsident der deutschen Claims Conference.

Internationale Nacht der Überlebenden des Holocaust
tagesschau 20:00 Uhr, 22.12.2019, Barbara Schneider, BR

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Dezember 2019 um 20:00 Uhr.

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