Abschiebung von Terror-Helfer Mounir El Motassadeq | Bildquelle: dpa

9/11-Terrorhelfer Motassadeq wird abgeschoben

Stand: 15.10.2018 13:53 Uhr

Er war ein Komplize der Terroristen des 11. September 2001 in den USA - dafür saß Motassadeq 15 Jahre in Hamburg in Haft. Nun soll der Terrorhelfer schnell nach Marokko abgeschoben werden.

Nach fast 15 Jahren Haft ist der Terrorhelfer Mounir el Motassadeq aus dem Gefängnis in Hamburg geholt worden. Er soll nach Marokko abgeschoben werden. Nach Informationen des NDR brachten ihn Beamte in einem Helikopter von der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel zum Hamburger Flughafen.

Anschließend wurde er demnach in einem Transporthubschrauber der Bundespolizei Richtung Süden weitergeflogen - vermutlich zum Flughafen Frankfurt am Main. Von dort aus soll der Rückflug nach Marokko erfolgen. Dort lebt seine Familie.

Der Terrorhelfer Mounir El Motassadeq wird von Hamburg aus nach Marokko abgeschoben. | Bildquelle: JENS SCHLUETER/EPA-EFE/REX/Shutt
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Ein Polizeihubschrauber brachte Motassadeq zum Hamburger Flughafen, von dort aus ging es in einem Helikopter der Bundespolizei weiter.

Abschiebung unter starken Sicherheitsvorkehrungen

Fotos zeigen Motassadeq mit verbundenen Augen in Begleitung von Polizisten. Der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter, hatte zuvor gesagt, Motassadeq würde Deutschland bald verlassen. Einen genauen Zeitpunkt nannte er aber nicht.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA hatte das Hanseatische Oberlandesgericht Motassadeq zu 15 Jahren Haft verurteilt. Ihm war Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen worden.

Komplize der Terrorpiloten

Er war demnach Mitglied der sogenannten "Hamburger Zelle" um Mohammed Atta, der eines der Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center gesteuert hatte. Der "Hamburger Gruppe" gehörten noch zwei weitere der insgesamt vier Piloten und neben Motassadeq noch mindestens fünf Unterstützer an.

Motassadeqs reguläre Haftzeit wäre im November abgelaufen. Eine Abschiebung ist rechtlich aber schon jetzt möglich.

Das Bundesinnenministeriums hatte erklärt, Abschiebungen dieser Art würden immer in enger Abstimmung zwischen Landes- und Bundesbehörden geplant. Rückführungen nach Marokko seien komplizierter, weil das nordafrikanische Land keine Charterflüge bei Abschiebungen zulasse.

Über dieses Thema berichtete NDR 90,3 am 15. Oktober 2018 um 13:00 Uhr.

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