Ugaas Ziad, Praktikant bei der Firma "Kühner Wärmetauscher", arbeitet in der Produktion der Firma an einem Wärmetauscher.  | Bildquelle: dpa

Statistisches Bundesamt Nachteil Migrationshintergrund

Stand: 16.11.2017 10:42 Uhr

Schulbildung, Arbeitsmarkt, Einkommen: Menschen mit Migrationshintergrund haben in Deutschland weiterhin mit Nachteilen zu kämpfen. Bei den Hochschulabschlüssen schlossen sie dagegen auf.

Menschen mit Migrationshintergrund unterscheiden sich bei Bildung, ihrer Situation auf dem Arbeitsmarkt und beim Einkommen weiterhin deutlich von Menschen ohne Migrationshintergrund. Laut Statistischem Bundesamt bestehen bei einigen zentralen Indikatoren der Integration die Unterschiede zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund seit 2005 unverändert fort.

Der Schulabschluss

Dazu zählt etwa der Anteil junger Menschen zwischen 18 und 24 Jahren ohne Schulabschluss. Demnach zeigen sich im langfristigen Vergleich sich "recht stabile Unterschiede".

Von 2005 bis 2016 habe bei Menschen ohne Migrationshintergrund der Wert durchgehend bei etwa vier Prozent gelegen. Bei den Personen mit Migrationshintergrund sei der Anteil zwischen 2005 und 2011 von 10,6 Prozent zunächst auf 8,3 Prozent zurückgegangen. Bis 2016 sei er aber wieder auf 12,1 Prozent gestiegen. Dabei sei dieser Anstieg auf die vermehrte Zuwanderung von Menschen mit geringem Bildungsstand zurückzuführen.

Die Arbeitsmarktbeteiligung

Straßenszene mit Ausländern
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Menschen mit Migrationshintergrund haben weiterhin relativ schlechtere Arbeitsmarktchancen.

Ein Kernindikator im Bereich Arbeitsmarktbeteiligung vergleicht den Anteil der Erwerbslosen in der Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen. Bei den Personen mit Migrationshintergrund ist dieser Anteil seit 2005 deutlich zurückgegangen: von 17,9 Prozent auf 7,1 Prozent im Jahr 2016. Bei Menschen ohne Migrationshintergrund verringerte sich der Wert von 9,8 Prozent auf 3,4 Prozent.

Von der guten konjunkturellen Entwicklung profitierte demnach ebenso die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ebenso wie die ohne Migrationshintergrund. Menschen mit Migrationshintergrund haben jedoch weiterhin relativ schlechtere Arbeitsmarktchancen.

Die Beschäftigungslücke

Beim Integrationsindikator zur sogenannten Beschäftigungslücke sieht es ähnlich aus. In der Gruppe mit Migrationshintergrund ging demnach der Anteil der Erwerbslosen von 17,9 auf 7,1 Prozent zurück, bei den Personen ohne Migrationshintergrund von 9,8 auf 3,4 Prozent.

Beim Kernindikator der "Working Poor" im Bereich Einkommen, dem Anteil der armutsgefährdeten Erwerbstätigen an allen Erwerbstätigen, gab es der Statistik zufolge praktisch keine Veränderungen. Er lag 2016 für die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund bei 6,2 Prozent, für die Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 13,6 Prozent.

Der Hochschulabschluss

Menschenmenge
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In der Bevölkerung mit Migrationshintergrund hat der Anteil der jungen Menschen mit einem Hochschulabschluss seit 2005 deutlich zugenommen.

Andere Integrationsindikatoren deuten darauf hin, dass sich Nachteile bei Menschen mit Migrationshintergrund seit 2005 verringert haben. Beispielsweise hat in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 34 Jahren der Anteil der jungen Menschen mit einem Hochschulabschluss seit 2005 deutlich zugenommen.

Im Jahr 2016 gibt es bei diesem Indikator keinen Unterschied mehr zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund. Der Anteil liegt für beide bei 26,1 Prozent.

Über dieses Thema berichtete am 16. November 2017 Deutschlandfunk um 10:30 Uhr und tagesschau24 um 12:00 Uhr.

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