Friedrich Merz | dpa

Nach Briefwahl Merz als CDU-Chef offiziell bestätigt

Stand: 31.01.2022 15:36 Uhr

Nach der Abstimmung auf dem Online-Parteitag der CDU haben die Delegierten Friedrich Merz auch in der Briefwahl als neuen Vorsitzenden bestätigt - mit über 95 Prozent. Auch Mario Czaja ist nun offiziell Generalsekretär.

Friedrich Merz ist nun auch offiziell neuer CDU-Vorsitzender. Der 66-jährige Wirtschaftspolitiker erhielt in der Briefwahl nach CDU-Angaben 95,33 Prozent der Stimmen. Gegenkandidaten gab es nicht.

Die schriftliche Abstimmung war aus rechtlichen Gründen nach dem Online-Parteitag am 22. Januar notwendig. Dort war Merz nach CDU-Rechnung auf 94,62 Prozent gekommen.

Der neue Generalsekretär Mario Czaja erhielt den Angaben zufolge in der schriftlichen Abstimmung 94,24 Prozent der Stimmen; auf dem Parteitag waren es knapp 93 Prozent gewesen. "Wir wissen, was wir vor uns haben", sagte Merz nach der Verkündung des Wahlergebnisses an der Seite von Czaja. "Wir übernehmen die CDU in einer schweren Zeit."

Erneuerung nach Bundestagswahl

Stimmberechtigt waren bei der Briefwahl die 1001 Delegierten des Online-Parteitags. Bei diesem hatte die CDU als Konsequenz aus dem historisch schlechtesten Unionsergebnis von 24,1 Prozent bei der Bundestagswahl im vergangenen September ihre komplette Führungsspitze neu gewählt.

Merz war im Dezember in der ersten Mitgliederbefragung der CDU zum Parteivorsitz mit 62,1 Prozent zum Nachfolger Armin Laschets bestimmt worden, der als Kanzlerkandidat gescheitert war.

Merz ließ dabei seine Konkurrenten, den Außenpolitiker Norbert Röttgen und den ehemaligen Kanzleramtschef Helge Braun, mit 62,1 Prozent der Stimmen weit hinter sich. Es war sein dritter Versuch, CDU-Vorsitzender zu werden.

Merz soll Unionsfraktion führen - Brinkhaus' Rolle unklar

Mitte Februar soll Merz auch Chef der Unionsfraktion im Bundestag werden. Zuvor hatte der amtierende Vorsitzende der Unionsfraktion, Ralph Brinkhaus, angekündigt, bei der Wahl nicht antreten zu wollen.

Welche Aufgaben Brinkhaus neben seiner normalen Abgeordnetentätigkeit künftig übernehmen könnte, ist unklar. "Ich habe ihm zugesagt, dass wir natürlich an ihn denken, wenn wir demnächst Aufgaben zu verteilen haben", sagte Merz. im Augenblick seien aber keine Aufgaben zu verteilen. Die Union sei "nicht in der Regierung, wir sind mit begrenzten Möglichkeiten in der Opposition".

Brinkhaus werde aber "aktiver Teil unserer Fraktion sein und bleiben", betonte Merz. "Und ich werde seine Fähigkeiten und seine Arbeitskraft auch in Anspruch nehmen. Das haben wir in sehr kollegialem Ton und in sehr gutem Miteinander besprochen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Januar 2022 um 15:00 Uhr.