Angela Merkel | Bildquelle: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX/Shutter

Geschlechterneutrale Sprache Merkel mit Nationalhymne "sehr zufrieden"

Stand: 05.03.2018 15:20 Uhr

Kanzlerin Merkel sieht "keinen Bedarf einer Änderung" an der deutschen Nationalhymne. Eine Mitarbeiterin im Familienministerium hatte vorgeschlagen, den Text in geschlechterneutrale Sprache abzuwandeln.

Der interne Vorschlag einer Ministerialmitarbeiterin schlug hohe Wellen - und beschäftigt nun sogar die Kanzlerin: Sie sehe "keinen Bedarf einer Änderung" an der deutschen Nationalhymne, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Er könne für die Kanzlerin sagen, "dass sie mit unserer schönen Nationalhymne so wie sie ist in ihrer traditionellen Form sehr zufrieden ist."

Ausgelöst wurde die Reaktion von höchster Stelle durch eine Idee, die im Netz hohe Wellen schlug. Kristin Rose-Möhring, die Gleichstellungsbeauftragte im Bundesfamilienministerium, hatte Berichten zufolge in einem internen Rundschreiben eine Umformulierung des historischen Texts von 1841 gefordert.

"Heimatland" statt "Vaterland", "couragiert" statt "brüderlich"

Aus "Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland" solle demnach das "...für das deutsche Heimatland" werden, in der Formulierung "brüderlich mit Herz und Hand" solle "couragiert" das Adverb ersetzen. Zur Begründung führte Rose-Möhring dem Bericht zufolge an, dass auch Österreich und Kanada jüngst Passagen ihrer Nationalhymnen geschlechterneutral umformuliert hätten.

In den sozialen Netzwerken war der Vorschlag nach einer geschlechterneutralen Umformulierung der Hymne heftig und meist ablehnend diskutiert worden. Aus dem Familienministerium dringt bislang nur, dass es sich bei dem Vorstoß offenbar um einen Alleingang handelt: Ein Ministerialsprecher erklärte, es handle sich um einen "persönlichen Beitrag" der Gleichstellungsbeauftragten Rose-Möhring, den er nicht kommentieren könne.

Kramp-Karrenbauer hält davon "überhaupt nichts"

Familienministerin Katharina Barley (SPD), die sich explizit als Feministin bezeichnet, hat sich zu der Frage bislang nicht geäußert - ebensowenig die SPD-Politikerinnen Christina Kampmann und Franziska Giffey, die als Barleys mögliche Nachfolgerinnen im neuen Bundeskabinett gehandelt werden.

Aus der CDU kommt hingegen Ablehnung - nicht nur von Merkel, die sich auf Gleichstellungsfragen meist sehr zurückhaltend äußert. Mit Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärt auch die zweitmächtigste Frau der CDU: "Ich halte von diesem Vorschlag überhaupt nichts." Sie habe nie den Eindruck gehabt, dass sie als Frau mit dieser Hymne nicht gemeint wäre.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. März 2018 um 13:22 Uhr.

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