Merkel in Chemnitz | Bildquelle: dpa

Überraschender Besuch in Chemnitz Dinner und Basketball mit Merkel

Stand: 04.03.2019 01:10 Uhr

Völlig unangekündigt besuchte die Bundeskanzlerin am Sonntag ein Basketballspiel in der sächsischen Stadt. Sie löste damit ein Versprechen aus dem Vorjahr ein. Auch in zwei Restaurants schaute sie vorbei.

Gut ein halbes Jahr nachdem ausländerfeindliche Ausschreitungen in Chemnitz bundesweit Schlagzeilen machten, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut die sächsische Stadt besucht. Am Sonntag schaute sie gemeinsam mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ein Basketballspiel an und besuchte zwei Restaurants, die Ziele von Übergriffen geworden waren.

Die Visite war vorab nicht angekündigt worden. Sie wurde von 900 Polizisten geschützt. Unabhängig davon fand am Sonntag ebenfalls in Chemnitz eine Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz statt, an der rund 120 Personen teilnahmen. Zu Störungen kam es nicht.

Merkel in Chemnitz | Bildquelle: dpa
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Merkel hatte im November versprochen, ein Spiel des Vereins zu besuchen.

Besuche in angegriffenen Restaurants

Merkel hatte die Stadt zuletzt im November besucht. Bereits damals hatte sie den Basketball-Verein Niners Chemnitz aufgesucht und versprochen, sich ein Spiel des Teams anzuschauen. "Toller Basketballverein, der sich für Toleranz und Zusammenhalt in der Stadt einsetzt", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert im Anschluss an das Spiel aus der Halle. Die Gastgeber gewannen mit 84 zu 73.

Nach Angaben der Chemnitzer Polizei besuchten Merkel und Kretschmer auch zwei Lokale in der Stadt, das jüdische Restaurant "Schalom" und das persische Lokal "Safran". Das "Schalom" war am Rande der Proteste gegen Ausländer in Chemnitz Ende August von einer Gruppe Vermummter angegriffen worden, es flogen Steine und Flaschen. Anfang Oktober wurde dann der Inhaber des "Safrans" von Unbekannten attackiert und verletzt.

Die Ausschreitungen in Chemnitz waren im August durch den Tod eines 35jährigen Deutschen ausgelöst worden. Es kam zu Demonstrationen und Straftaten, die sich auch gegen Migranten richteten und Kundgebungen mit zahlreichen Rechtsextremen. Die Stadt wehrte sich dagegen, aufgrund der Vorkommnisse unter Generalverdacht gestellt zu werden.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 04. März 2019 um 07:00 Uhr in den Nachrichten.

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