Studenten der Human- und Zahnmedizin hören im historischen Hörsaal am Institut für Anatomie der Universität in Leipzig eine Vorlesung zu Neuroanatomie. | Bildquelle: dpa

Zulassung zum Medizinstudium Auch ohne Einser-Abi eine Chance

Stand: 07.12.2018 17:01 Uhr

Die Vergabe der Medizin-Studienplätze muss wegen eines Urteils der Verfassungsgerichts neu geregelt werden. Die Kultusminister wollen die Bedeutung der Abiturnote steigern, aber auch anderen Bewerbern eine Tür öffnen.

Die Kultusminister der Länder haben sich auf Details künftig zentralen Studienplatzvergabe für die Fächer Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie geeinigt. Der Anteil der Plätze, die allein nach den besten Abiturnoten der Bewerber vergeben werden, steigt laut dem Entwurf des neuen Staatsvertrags von bisher 20 auf dann 30 Prozent. Länderspezifische Unterschiede bei den Abiturnoten werden durch sogenannte Prozentrangverfahren und Landesquoten ausgeglichen, wie die KMK nach ihrer Sitzung in Berlin mitteilte.

Jeder zehnte Studienplatz in den betroffenen Fächern geht nach einer sogenannten zusätzlichen Eignungsquote auf Basis notenunabhängiger Kriterien an Bewerber. Von dieser Regelung sollen vor allem beruflich Qualifizierte ohne Abitur profitieren. Das könnten zum Beispiel Rettungssanitäter sein.

Ausgleich für Unterschiede beim Abi

Teil des neuen Systems der Studienplatzvergabe ist die Beibehaltung einer Quote von 60 Prozent der Studienplätze, die dezentral von den Hochschulen vergeben. Der nun vorgelegte Entwurf des Staatsvertrags enthält dafür einen Katalog an Kriterien. Diese orientieren sich zum Teil an der Abiturnote, zum Teil nicht. Ein Facheignungstest ist verpflichtend vorgesehen.

Übergangsfristen für Bewerber auf Wartelisten

Derzeit werden jährlich rund 11.000 der bis zu 50.000 Bewerber für ein Medizinstudium an den öffentlichen Hochschulen zugelassen. Eine Chnace haben heute fast nur Einser-Abiturienten, für viele gelten Wartezeiten von bis zu 15 Semestern.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Dezember vergangenen Jahres entschieden, dass das Zulassungsverfahren teils verfassungswidrig ist und bis Ende 2019 neu geregelt werden muss. Die Richter verlangten unter anderem transparentere Verfahren, mehr Vergleichbarkeit der Abinoten und weniger Wartezeit.

Die Neuregelungen sollen zum Sommersemester 2020 gelten. Insbesondere für Bewerber, die heute auf Wartelisten stehen, sind Übergangsfristen geplant. Die Vorschläge der KMK sind bislang allerdings nur ein Entwurf

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Dezember 2018 um 21:00 Uhr.

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