Frank-Walter Steinmeier, Janos Ader, Andrzej Duda, Zuzana Caputova und Milos Zeman stecken Rosen in einen Spalt. | Bildquelle: REUTERS

Gedenken an Bernauer Straße "In Europa zu unserem Glück vereint"

Stand: 09.11.2019 14:45 Uhr

Rosen für die Maueropfer und Dankbarkeit für das mutige Aufbegehren vor 30 Jahren: Bundespräsident Steinmeier würdigt die Menschen in Osteuropa für ihren Beitrag zur Wiedervereinigung. Merkel spricht von einem "Schicksalstag der Deutschen".

Das Grau der Mauerreste an der Bernauer Straße ist durchbrochen von einem blühenden Band: 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer haben Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und zahlreiche andere Politiker den Wall aus Beton symbolisch mit Rosen durchlöchert und der Opfer gedacht.

Die Zeremonie am Gedenkort bildete den Auftakt für einen Tag des Erinnerns und des Feierns. Der Bundespräsident hatte die Staatschefs der Slowakei, Polens, Tschechiens und Ungarns nach Berlin geladen. Er sprach am Denkmal für die vier Visegrad-Staaten, das unweit der zentralen Mauer-Gedenkstätte liegt.

Angela Merkeln, Wolfgang Schäuble und Axel Klausmeier stecken Rosen in einen Spalt. | Bildquelle: REUTERS
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Kanzlerin Merkel und Bundestagspräsident Schäuble steckten Rosen in die Mauer.

Steinmeier dankte besonders den Menschen in Osteuropa: "Ohne den Mut und den Freiheitswillen der Polen und Ungarn, der Tschechen und Slowaken wären die friedlichen Revolutionen in Osteuropa und die deutsche Einheit nicht möglich gewesen", sagte Steinmeier. Heute erinnere man sich an eine große historische Leistung:

"Diese Ereignisse sind es, dass wir heute sagen können, wir sind in Europa zu unserem Glück vereint."

Die Bundeskanzlerin erinnerte in der Kapelle der Versöhnung an die Mauertoten und an die Opfer der SED-Diktatur: "Wir werden sie nicht vergessen." Merkel bezeichnete den 9. November als einen Schicksalstag der Deutschen. In ihm spiegelten sich sowohl die glücklichen als auch die fürchterlichen Momente der deutschen Geschichte wider. Der 9. November 1938 mit den gegen die Juden gerichteten Pogromen ermahne, Hass, Rassismus und Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten.

"Verantwortung übernehmen"

Der Direktor der Mauer-Stiftung, Axel Klausmeier, erinnerte an die Rolle jedes Einzelnen: "Die friedliche Revolution bedeutet zuallererst Verantwortung zu übernehmen, Toleranz zu leben, Demokratie und Menschenrechte zu achten und zu verteidigen und den Traum vom vereinten Europa mit Leben zu füllen", sagte er.

Merkel rief dazu auf, sich für Freiheit und Demokratie einzusetzen. "Die Werte, auf sich die EU gründet, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, die Wahrung der Menschenrechte, sie sind alles andere als selbstverständlich", sagte die Kanzlerin beim anschließenden Gedenkgottesdienst in der Kapelle der Versöhnung. Sie müssten "immer wieder neu gelebt und verteidigt" werden. 

Der evangelische Bischof von Berlin und Brandenburg, Markus Dröge, erinnerte an die bedrohliche Situation rund um die Friedensgebete und Demonstrationen im Herbst 1989. Die Haltung der in der Kirche organisierten Opposition habe die DDR-Staatsmacht überrascht. "Mit allem haben wir gerechnet, nun nicht mit Kerzen und Gebeten", zitierte Dröge Äußerungen eines damaligen DDR-Vertreters über die friedliche Revolution. 

Symbol der deutschen Teilung

Die Bernauer Straße gilt als Symbol der deutschen Teilung. Als die Mauer 1961 hochgezogen wurde, lag die Häuserfront der Straße im Osten, der Bürgersteig im Westen. Mit dem 9. November 1989 ging die deutsche Teilung nach rund 40 Jahren zu Ende, die Berliner Mauer selbst hatte mehr als 28 Jahre Bestand.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der etwa 160 Kilometer langen Mauer in der Hauptstadt mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime.

Gedenken an den Mauerfall vor 30 Jahren
tagesschau 12:55 Uhr, 09.11.2019, Griet von Petersdorff, RBB

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Die Berliner Mauer

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. November 2019 um 12:00 Uhr.

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