Ein Mensch wird geimpft.

Weitere Ausbrüche befürchtet Koalition prüft Masern-Impfpflicht

Stand: 02.04.2019 15:20 Uhr

Angesichts einer alarmierenden Zunahme von Masern prüft die Koalition derzeit eine bundesweite Impfpflicht gegen die Virusinfektion. Auch die FDP zieht mit: Kinder nicht impfen zu lassen, sei "verantwortungslos".

Die Bundesregierung denkt derzeit über eine bundesweite Impfpflicht von Kindern gegen das Masernvirus nach. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, er sei mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Gespräch und "zuversichtlich, dass wir demnächst einen entsprechenden Vorschlag vorlegen können".

Auch der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer sprach sich im Namen der Liberalen für eine Impfpflicht bei Unter-15-Jährigen aus. "Seine Kinder nicht impfen zu lassen, ist verantwortungslos gegenüber dem Wohl des eigenen Kindes und auch gegenüber Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst geimpft werden können."

Kindermediziner warnen vor Ausbruch

Den Anlass zur erneuten Debatte über eine Impfpflicht gab ein Masern-Ausbruch in mehreren Regionen, unter anderem im niedersächsischen Hildesheim. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hatte zuletzt eine verpflichtende Immunisierung empfohlen: Masernerkrankungen seien extrem ansteckend und potenziell tödlich.

Kombiimpfstoff gegen Masern, Röteln und Mumps | Bildquelle: picture-alliance/ dpa
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Ein Kleinkind wird mit einer Kombispritze gegen Masern, Röteln und Mumps geimpft.

Weltweite Masern-Ausbreitung steigt

Auch das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) warnt vor der alarmierenden Zunahme von Masernfällen: Weltweit hätten vergangenes Jahr 98 Länder ein stärkeres Auftreten der Virusinfektion registriert als 2017, heißt es in einem aktuellen Bericht.

Neben der akuten Erkrankung, die sich unter anderem durch Fieber, Hautausschlag und Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum zeigt, kann eine Masern-Infektion als seltene Spätfolge zu einer Entzündung des Gehirns (SSPE) führen, die in der Regel tödlich endet. Besonders gefährdet sind Kinder im ersten Lebensjahr, da sie noch zu jung für eine Masern-Mumps-Röteln-Impfung sind.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. März 2019 um 20:00 Uhr.

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