TUI-Schalter am Flughafen von Palma de Mallorca | Bildquelle: CATI CLADERA/EPA-EFE/Shutterstoc

Gestiegene Corona-Fallzahlen TUI kritisiert Mallorca-Reisewarnung

Stand: 17.08.2020 09:19 Uhr

Vor drei Tagen erklärte das Auswärtige Amt die beliebteste Insel der Deutschen zum Risiko-Gebiet. TUI strich daraufhin Reisen nach Mallorca. Jetzt stellt der Touristik-Konzern die pauschale Warnung infrage.

Das deutsche Tourismusunternehmen TUI hat die am Freitag verhängte Reisewarnung für die spanische Insel Mallorca kritisiert. "Wir bedauern, dass Deutschland nun eine Reisewarnung für ganz Mallorca ausgesprochen hat", sagte der zuständige TUI-Manager Thomas Ellerbeck der "Rheinischen Post". Eine regionale Reisewarnung, etwa für die Orte Palma oder Magaluf, wo erhöhte Fallzahlen festgestellt worden seien, wäre besser gewesen.

"Große Insel-Teile sind nur minimal betroffen"

Die meisten Urlauber seien sehr verantwortungsvoll und hielten sich an die Regeln, sagte Ellerbeck. Die pauschale Warnung sei auch deshalb fragwürdig, weil große Teile der Insel von der Pandemie nur minimal betroffen seien. Es habe in keinem Hotel der TUI auf Mallorca einen Vorfall gegeben. Der Konzern und auch der Deutsche Reiseverband (DRV) erklärten, sie hofften auf ein baldiges Ende der Reisewarnung.

Nach der Einstufung als Corona-Risikogebiet hatte das Auswärtige Amt am Freitag eine offizielle Reisewarnung für das spanische Festland und Balearen-Inseln wie Ibiza und Mallorca herausgegeben. Auf den beliebten Ferieninseln der Deutschen sei besonders Palma stark von der Corona-Pandemie betroffen, teilte das Ministerium auf seiner Internetseite mit.

Keine Pauschalreisen aufs Festland und die Balearen

Der Reisekonzern TUI reagierte unmittelbar und sagte bis einschließlich 24. August alle geplanten Pauschalreisen auf das spanische Festland und die Balearen ab. Gleichzeitig bot es Kunden Umbuchungen zu anderen Reisezielen an.

Die Corona-Krise hat den Reise-Konzern hart getroffen. Zwischen April und Juni brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 98,5 Prozent auf knapp 72 Millionen Euro ein. Der Konzernverlust lag bei 1,45 Milliarden Euro. Trotz eingeleiteter Kostensenkungen summierte sich der Verlust unter dem Strich in den ersten neun Monaten des Ende September endenden Geschäftsjahres 2019/20 auf rund 2,3 Milliarden Euro. Aus diesem Grund erhöhte der Bund die Staatshilfen von 1,8 Milliarden Euro um weitere 1,2 Milliarden Euro. Wegen der Krise kündigte der Konzern an, weltweit 8000 Jobs streichen zu wollen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. August 2020 um 15:00 Uhr.

Darstellung: