Ankunft der ersten zwei Kampfhubschrauber des Typs Tiger in Gao (Mali / Archivbild: 25.03.2017) | Bildquelle: picture alliance / Marc Tessenso

Untersuchung der Bundeswehr Wartungsfehler führte zu "Tiger"-Absturz

Stand: 12.12.2018 16:56 Uhr

Innerhalb von Sekunden stürzte der Hubschrauber 2017 in Mali ab - zwei Soldaten kamen ums Leben. Jetzt scheint die Ursache geklärt: Die Bundeswehr sieht die Schuld bei der "betreuenden Industrie".

Für den Absturz eines "Tiger"-Kampfhubschraubers in Mali im vergangenen Jahr war nach Untersuchungen der Bundeswehr ein Wartungsfehler dreier Mechaniker verantwortlich. "Die allein unmittelbare und direkt wirkende Ursache des Flugunfalls war eine fehlerhafte Einstellung der Flugsteuerung des Hubschraubers durch die betreuende Industrie", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. "Die Piloten hatten keine Chance, das Unglück abzuwenden. Sie waren sehr erfahren und gut ausgebildet", sagte der Sprecher mit Verweis auf die Untersuchung.

Die "betreuende Industrie" ist beim "Tiger" der Hersteller Airbus, der die Wartungsarbeiten vornimmt. Bei dem Unglück am 26. Juli 2017 waren zwei Soldaten ums Leben gekommen.

Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein

Die Staatsanwaltschaft Kempten leitete auf der Grundlage des Berichts ein Ermittlungsverfahren gegen die drei Mechaniker wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ein. Der als geheime Verschlusssache eingestufte Unfallbericht wurde den Obleuten des Bundestags-Verteidigungsausschusses vorgestellt.

Airbus: Fehlerhafte Einstellung ein Faktor in Ereigniskette

Airbus hob in einer Pressemitteilung darauf ab, dass die Untersuchung einen Konstruktionsfehler beim "Tiger" als Unfallursache ausgeschlossen habe. "Airbus Helicopters hat zur Kenntnis genommen, dass die fehlerhafte Einstellung der Rotorsteuerung ein Faktor in der Ereigniskette war, die zu dem Unfall geführt hat", erklärte das Unternehmen. "Sofort vorsorglich umgesetzte Maßnahmen haben zeitnah sichergestellt, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen kann."

Absturz innerhalb von Sekunden

Der Kampfhubschrauber war den Berichts-Angaben zufolge bei dem Unglück innerhalb von drei Sekunden in einen unkontrollierten steilen Sturzflug gegangen, nachdem sich der Autopilot ausgeschaltet hatte. Die Handlungsfähigkeit der Piloten war durch die plötzliche Beschleunigung eingeschränkt, der Hubschrauber stürzte aus knapp 500 Metern Höhe ab.

Bundeswehr spricht von "Einzelfall" - "Tiger" ist sicher

Das Verteidigungsministerium betonte, die fehlerhafte Einstellung der Steuerung sei ein Einzelfall gewesen. "Die restliche 'Tiger'-Flotte wurde durchweg sicher betrieben."

Die Mission der Kampfhubschrauber in Mali dauerte insgesamt 14 Monate. Sie endete am 15. Juni diesen Jahres. Insgesamt flogen die "Tiger" dort 185 Einsätze. Aktuell werden sie nicht im Ausland eingesetzt.

Die Bundeswehr ist im Norden des westafrikanischen Wüstenstaats Malis an der UN-Mission MINUSMA beteiligt, bei der es um die Überwachung eines Friedensabkommens zwischen der Regierung und mehreren Rebellengruppen geht.

Verteidigungskreise: Wartungsfehler führte zu Hubschrauber-Absturz in Mali
Birgit Schmeitzner, ARD Berlin
12.12.2018 12:36 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Dezember 2018 um 10:00 Uhr.

Darstellung: