Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Köln | Bildquelle: dpa

Umfrage zu IT-Sicherheit Unternehmen unterschätzen Cyberangriffe

Stand: 10.04.2019 12:14 Uhr

Einer Umfrage zufolge sind sich viele Firmen und Insitutionen der Gefahr von Cyberattacken nicht bewusst. Jedes dritte teilnehmende Unternehmen ist im vergangenen Jahr Opfer eines Hackerangriffs geworden.

Viele Unternehmen in Deutschland sind auf Cyberangriffe nicht gut vorbereitet. Das berichtet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Eine Online-Umfrage des BSI ergab, dass nur jeder zwölfte Teilnehmer eine relevante Gefährdung des Betriebs durch Cyberangriffe sehe.

Insgesamt war im Jahr 2018 aber jeder dritte teilnehmende Betrieb von Sicherheitsvorfällen betroffen - Großunternehmen traf es mit 43 Prozent noch häufiger. Dabei gaben 87 Prozent der von Cyber-Sicherheitsvorfällen Betroffenen an, dass es 2018 zu Betriebsstörungen oder -ausfällen kam.

Ein Angriff führte bei vielen Unternehmen nicht nur zum Produktionsstopp, sondern verursachte noch weitere Kosten. Zwei Drittel mussten in die Aufklärung der Vorfälle und die Wiederherstellung der IT investieren. 22 Prozent litten unter einem öffentlichen Ansehensverlust.

BSI-Chef Schönbohm | Bildquelle: REUTERS
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BSI-Chef Schönbohm betonte, Cyber-Sicherheit sei ein Erfolgsgarant für die deutsche Wirtschaft.

"Risiken nicht vernachlässigen"

Dass Cybersicherheit ein Innovationstreiber und ein Wettbewerbsvorteil sei, gaben rund 40 Prozent der teilnehmenden Institutionen an. Gleichzeitig stimmten aber nur 25 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass in ihrem Unternehmen Cybersicherheit Chefsache sei. Die Risiken von Cyberangriffen seien zu groß, als dass Unternehmen sie vernachlässigen könnten, mahnte BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Als besonders gefährlich erachtet das BSI das Virus "Emotet". Dieses wird vor allem über gefälschte E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten verbreitet und kann ganze Unternehmensnetzwerke lahmlegen. "Emotet" kann weitere Schadsoftware wie Banking-Trojaner nachladen. Weil es sich permanent verändert, kann es von Antivirus-Programmen nur schwer erkannt werden, und die infizierten Systeme müssen in der Regel völlig neu aufgesetzt werden.

Das BSI schätzt mit seiner Umfrage seit 2014 jährlich die Gefahren für deutsche Institutionen und Unternehmen durch Cyberangriffe ein. Dafür wurden dieses Jahr gut 1000 Unternehmen, Behörden und andere Institutionen anonym via Internet befragt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. April 2019 um 11:41 Uhr.

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