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Kraftwerksabriss in Lünen 420 Kilo Sprengstoff für drei Bauwerke

Stand: 28.03.2021 12:43 Uhr

420 Kilo Sprengstoff - um einen Schornstein, einen Kühlturm und ein Kesselhaus zu Fall zu bringen. Mit dem einstigen Steag-Kraftwerk in Lünen ist ein Stück Steinkohlegeschichte dem Erdboden gleichgemacht worden.

Nur wenige Minuten nach dem Schornstein sind am Mittag das Kesselhaus und der Kühlturm des ehemaligen Steag-Kraftwerks in Lünen gesprengt worden. Nach Angaben der Abbruchfirma verlief alles nach Plan. Zuvor war der 250 Meter hohe Schornstein in einer sogenannten Faltung zu Fall gebracht worden. Dabei knickten wie vorgesehen der gemauerte obere Teil nach Westen, der untere Teil nach Osten ein. 

Die Abbruchfirma hatte insgesamt 2100 Bohrungen angebracht und mit 420 Kilo Sprengstoff gefüllt.

Livestream der Sprengungen

Wegen der Corona-Pandemie hatte das Unternehmen die Sprengungen in einem Livestream gezeigt. Damit sollte verhindert werden, dass sich Menschenansammlungen mit Schaulustigen bildeten. Stadt und Behörden hatten dazu aufgerufen, die Sprengungen online zu verfolgen. Tausende sahen sich das Spektakel, das von Drohnen aufgezeichnet wurde, im Netz an.

Das Gebiet war weiträumig abgesperrt, die Nachbarschaft in Sicherheit gebracht worden. 

Lünen bleibt Kraftwerksstandort

Der Standort in Lünen war bis zur Stilllegung 2018 das älteste Kraftwerk des Energieerzeugers Steag GmbH und hat früher unter anderem Bahnstrom produziert. Die Unternehmensgruppe Hagedorn hatte das 37 Hektar große Kraftwerksareal Ende 2019 erworben und will es nun für die Ansiedlung neuer Unternehmen aufarbeiten. Auch mit dem Verschwinden der alten Landmarken bleibt Lünen Kraftwerksstandort: Der Stadtwerkeverbund Trianel aus Aachen betreibt dort seit 2013 ein Kraftwerk mit einer Leistung von 750 Megawatt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. März 2021 um 12:00 Uhr.