Walter Lübcke | Bildquelle: dpa

Mordfall Lübcke Tatverdächtiger Stephan E. hat gestanden

Stand: 26.06.2019 13:25 Uhr

Stephan E. hat gestanden, den Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke erschossen zu haben. Grund sei seine Empörung über Lübckes Äußerungen zur Flüchtlingspolitik gewesen.

Von Georg Mascolo (NDR/WDR) und Florian Flade (WDR)

Der Tatverdächtige Stephan E. hat gestanden, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erschossen zu haben. Nach Informationen von NDR, WDR und "SZ" sagte er, alleine gehandelt und keine Mitwisser gehabt zu haben. Grund für die Tat sei seine Empörung über Lübckes Äußerungen im Jahr 2015 zur Flüchtlingspolitik gewesen. Bundesinnenminister Horst Seehofer bestätigte, dass Stephan E. angab, als Einzeltäter gehandelt zu haben. Damit sei die Aufklärung des "politischen Mordes" aber noch nicht abgeschlossen.

Der CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni mit einer Schussverletzung im Kopf auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen bei Kassel entdeckt worden. Er starb wenig später im Krankenhaus. Lübcke war in der Vergangenheit wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden. 2015 hatte er sich auf einer Informationsveranstaltung gegen Schmährufe gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne das Land verlassen. Stephan E. soll bei dieser Veranstaltung dabei gewesen sein.

Bundesanwaltschaft ermittelt trotz Tatgeständnisses weiter im Mordfall Lübcke
tagesschau 16:00 Uhr, 26.06.2019, Julia Krittian, ARD Berlin

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Stephan E. wollte sich Alibi beschaffen

Nach der Tat soll Stephan E. zunächst noch versucht haben, sich ein Alibi zu verschaffen. Ein Arbeitskollege sollte erklären, dass die beiden in der Tatnacht zusammen gewesen seien. Offenbar um spätere Ermittlungen zu erschweren, soll Stephan E. vor der Tat sein Handy ausgeschaltet - und erst am Tag danach wieder eingeschaltet haben.

Wie Generalbundesanwalt Peter Frank den Mitgliedern des Bundestag-Innenausschusses mitteilte, seien "viele Asservate" bei Stephan E. beschlagnahmt worden. Die Tatwaffe sei allerdings nicht darunter gewesen. Zur Waffe schweigt auch Stephan E. bislang. Bei der Tatwaffe soll es sich um eine Pistole des Kalibers 9 mm handeln. Stephan E. sagte aus, bereits seit langer Zeit über eine Tat gegen Lübcke nachgedacht und sich damit beschäftigt zu haben.

Mögliche Kontakte des mutmaßlichen Attentäters zu "Combat 18", dem militanten Arm des Neonazi-Netzwerkes "Blood & Honour" seien weiterhin Gegenstand der Ermittlungen, so der Generalbundesanwalt. Der Anwalt von Stephan E. wollte sich heute nicht zu den Vorwürfen äußern.

Verfassungsschutz: Stephan E. kein V-Mann

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, soll gegenüber den Abgeordneten erklärt haben, die Erkenntnisse des Nachrichtendienstes zu Stephan E. lägen schon einige Jahre zurück. Danach sei der mutmaßliche Mörder nicht mehr auffällig gewesen. Man prüfe derzeit intensiv, ob es nicht doch noch neue Hinweise aus den vergangenen Jahren gibt.

Haldenwang teilte dem Innenausschuss zudem mit, es habe keine Zusammenarbeit seiner Behörde mit Stephan E. gegeben, der Attentäter sei demnach kein V-Mann gewesen. Sein Name tauche zwar in Akten auf, eine eigene Personenakte zu Stephan E. sei im Bundesamt für Verfassungsschutz allerdings nicht vorhanden.

Das Erste sendet heute um 20.15 Uhr nach der Tagesschau einen Brennpunkt zum Fall Lübcke.

Geständnis im Mordfall Lübcke
Alex Krämer, ARD Berlin
26.06.2019 09:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juni 2019 um 09:00 Uhr.

Korrespondent

Georg Mascolo | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon Logo NDR/WDR

Georg Mascolo, NDR/WDR

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