Ein Mikrofon mit dem Logo der Linkspartei. | Bildquelle: dpa

Lay oder Mohamed Ali Wer beerbt Sahra Wagenknecht?

Stand: 12.11.2019 02:40 Uhr

Die Linkspartei wählt ihre neue Fraktionsspitze - und dieses Mal wird es spannend. Abgestimmt wird über die Nachfolge von Sahra Wagenknecht. Zur Wahl stehen zwei sehr unterschiedliche Frauen.

Von Dagmar Pepping, ARD-Hauptstadtstudio

"Das wird knapp!" Wer sich bei Abgeordneten der Linksfraktion umhört, erhält häufig diese Einschätzung. Caren Lay oder Amira Mohamed Ali, welche der beiden Kandidatinnen folgt Sahra Wagenknecht im Amt der Fraktionsvorsitzenden? Die Wiederwahl von Dietmar Bartsch, der nach vier Jahren an der Seite von Wagenknecht erneut für die Doppelspitze antritt, gilt als sicher. Ein Gegenkandidat ist bislang nicht in Sicht. Das Rennen zwischen der erfahrenen Lay und der Newcomerin Mohamed Ali ist jedoch völlig offen.

Linksfraktion wählt Vorsitzende
Morgenmagazin, 12.11.2019, Anja Köhler, ARD Berlin

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Die Erfahrene oder die Newcomerin?

Caren Lay ist schon lange im politischen Geschäft. Die gebürtige Rheinland-Pfälzerin, deren Bundestagswahlkreis in Sachsen liegt, hatte schon viele Posten inne: Landtagsabgeordnete in Dresden, seit 2009 Mitglied des Bundestages, Bundesgeschäftsführerin der Linken, stellvertretende Parteivorsitzende, zuletzt Fraktionsvize.

Die studierte Soziologin kenne sich aus und "sei mit allen Wassern gewaschen", sagt eine Fraktionskollegin, die für Lay stimmen will. Ihr Arbeitsschwerpunkt Mietenpolitik gehöre außerdem zu den wichtigsten Themen der Linken, betonen Unterstützer. Sie geben aber auch zu, dass Einige in der Fraktion ein Problem mit Lay hätten, und das nicht nur wegen "ihres Tons". 

Caren Lay | Bildquelle: dpa
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Caren Lay ist die erfahrenere der beiden Kandidatinnen. Allerdings ist sie innerhalb der Fraktion nicht unumstritten.

Amira Mohamed Ali | Bildquelle: dpa
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Amira Mohamed Ali ist relativ neu in der Politik, sitzt erst seit 2017 im Bundestag. Sie gehört zum linken Parteiflügel.

Amira Mohamed Ali ist ein relativer Neuling auf der Politikbühne. Die in Hamburg geborene Tochter eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter trat 2016 bei der Kommunalwahl im niedersächsischen Oldenburg erstmals für ein politisches Amt an. Seit Herbst 2017 sitzt die Juristin im Bundestag und beackert dort die Themen Verbraucherschutz und Tierwohl.

Vor der Abstimmung in der Fraktion stand sie nicht für Interviews zur Verfügung. Interne Kritiker sagen, Mohamed Ali sei "viel zu unerfahren", um die schwierige, oft zerstrittene Linken-Fraktion zu führen. Hinter vorgehaltener Hand wird erzählt, der Wagenknecht-Flügel wolle die bisherige Hinterbänklerin an der Seite von Dietmar Bartsch installieren, damit das "Hufeisen" weiter funktioniere.

 

Die "Mitte" fühlt sich vernachlässigt

"Hufeisen" ist der Name für das Zweckbündnis des Reformerflügels um Bartsch mit dem linken Wagenknecht-Lager - mit dem Ziel, sich gemeinsam Macht und Einfluss in der Fraktion zu sichern. Zum Ärger eines Mittelblocks von etwas mehr als 30 Abgeordneten, dem neben Lay auch die Parteivorsitzende Katja Kipping angehört. Diese Abgeordneten fühlen sich bislang nicht ausreichend eingebunden.

Bei der öffentlichen Bekanntgabe ihrer Kandidatur sagte die selbsternannte "Brückenbauerin" Lay, die Fraktion brauche "ein starkes Zentrum und eine strömungsübergreifende Zusammenarbeit". Die "großen Potenziale" dort müssten wieder "wieder mehr zur Geltung" gebracht werden. Ein Seitenhieb auf das bisherige Spitzenduo Wagenknecht und Bartsch und dessen Führungsstil. Außer in Bremen und Thüringen verlief das Wahljahr 2019 für die Linke enttäuschend. Von einer Krise will Caren Lay zwar nicht sprechen, die Linke "müsse aber wieder in die Offensive kommen" und dafür geschlossen auftreten.  

Sahra Wagenknecht | Bildquelle: dpa
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Sahra Wagenknecht will nur noch einfache Abgeordnete sein. Als Fraktionschefin polarisierte sie, das Verhältnis zur Parteispitze gilt als zerrüttet.

Machtkämpfe müssen ein Ende haben

Das ist auch dringend notwendig, denn die Linke hat turbulente Jahre mit heftigen Machtkämpfen hinter sich. Oft im Zentrum des Streits: Sahra Wagenknecht, das bekannteste Gesicht der Partei. Insbesondere Wagenknechts Aussagen rund um die Flüchtlingspolitik - "offene Grenzen für alle - das ist weltfremd" - trieb vielen Genossen die Zornesröte ins Gesicht. Ihr Verhältnis zu den Parteivorsitzenden Kipping und Bernd Riexinger gilt als zerrüttet. Die Gründung der linken Sammlungsbewegung "Aufstehen" ließ zudem die Angst vor einer Spaltung der Linken wachsen.

Nach längerer Abwesenheit in Berlin kündigte Wagenknecht im März an, sie wolle das Amt der Fraktionsvorsitzenden aus gesundheitlichen Gründen abgeben und bei der turnusgemäßen Neuwahl des Fraktionsvorstandes im Herbst nicht mehr kandidieren. Der Stress sei zu groß geworden. Später sprach Wagenknecht offen über ihren Burnout. Ihr Bundestagsmandat will sie aber behalten.

Wer folgt auf Wagenknecht? - Die Linke wählt eine neue Fraktionsspitze
Dagmar Pepping, ARD Berlin
12.11.2019 07:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das morgenmagazin am 12. November 2019 um 05:39 Uhr.

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