Leipzig: Polizisten räumen eine Kreuzung im Stadtteil Connewitz.  | Bildquelle: dpa

Gewalt in Leipzig-Connewitz "Attacke aus niederen Beweggründen"

Stand: 03.01.2020 13:13 Uhr

Nach der Attacke auf einen Polizisten am Silvesterabend in Leipzig hat die Staatsanwaltschaft neue Details bekannt gegeben. Demnach sei der Beamte aus niederen Beweggründen angegriffen worden.

Unmittelbar vor dem Besuch von Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hat die Staatsanwaltschaft Leipzig neue Details zum Angriff auf einen Polizisten in der Silvesternacht bekannt gegeben.

Sachsens Innenminister äußert sich zu dem Angriff
tagesschau 14:00 Uhr, 03.01.2020, Nadja Storz, MDR

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Danach haben die unbekannten Täter so massiv auf Körper und Kopf eingewirkt, dass der Beamte bewusstlos geworden sei. In diesem Zustand sei der Mann auch ins Krankenhaus gekommen, sagte Ricardo Schulz, Sprecher der Staatsanwaltschaft, der Deutschen Presse-Agentur.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen sei dem Verletzten sowie zwei seiner Kollegen der Helm vom Kopf gerissen worden, sagte Schulz. Durch die massiven Einwirkungen sei der Tod des 38-Jährigen billigend in Kauf genommen worden. Laut Staatsanwaltschaft liegen niedere Beweggründe vor, der Mann sei attackiert worden, weil er Polizist ist. Deswegen werde wegen versuchten Mordes ermittelt.

Nach seiner Operation am Neujahrstag befand sich der verletzte Polizist im Krankenhaus. Er soll im Laufe des Tages aus der Klinik entlassen werden, sagte Sachsens Polizeipräsident Horst Kretzschmar.

Beamtenbund zeigt sich alarmiert

Zur exakten Schwere der Verletzungen wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Es seien Gutachten angefertigt worden. Diese lägen der Staatsanwaltschaft aber noch nicht vor. Zuvor hatten Medienberichte unter Berufung auf Zeugen für Irritationen gesorgt. Danach soll der 38-Jährige beim Abtransport seinen Helm auf dem Kopf gehabt haben.

Die Leipziger Polizei hatte noch am Silvestermorgen berichtet, dass der 38-Jährige notoperiert werden musste. Die "taz" berichtete am Donnerstagabend unter Verweis auf Krankenhauskreise, dass man sich in der Uniklinik "verwundert über die Polizeimeldung über eine 'Notoperation' geäußert" habe. Es habe einen Eingriff an der Ohrmuschel des Beamten unter lokaler Betäubung gegeben. Lebensgefahr oder drohender Gehörverlust hätten nicht bestanden.

Der Beamtenbund zeigte sich nach der Attacke alarmiert. Die Tat in Leipzig sei "ein weiteres trauriges Beispiel für die Verrohung und streckenweise völlige Enthemmung im Umgang mit Vertreterinnen und Vertretern des Staats", sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach den "Westfälischen Nachrichten".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Januar 2020 um 12:00 Uhr.

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