Ein Schüler sitzt mit abgenommener Maske an seinem Pult. | dpa

Steigende Corona-Zahlen Lehrer wollen längerfristige Maskenpflicht

Stand: 14.08.2021 11:15 Uhr

Der Lehrerverband hat die Bundesländer aufgefordert, die Maskenpflicht an den Schulen nicht nur für ein paar Wochen, sondern für Monate durchzusetzen. Die Corona-Zahlen steigen derweil weiter an - die Inzidenz liegt bei 32,7.

Der Deutsche Lehrerverband hat sich dafür ausgesprochen, dass in Schulen noch für längere Zeit Masken zum Schutz vor Corona getragen werden sollen. In den ersten Monaten des neuen Schuljahres müsse es eine umfassende Maskenpflicht und weiterhin regelmäßige Tests von Schülerinnen und Schülern geben, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger.

Er begründete das damit, dass jüngere Kinder bisher nicht geimpft sind und von den größeren nur ein Teil. "Eine Begrenzung von Maskenpflicht und Testungen auf die ersten beiden Schulwochen, wie in einigen Bundesländern vorgesehen, greift unserer Ansicht nach zu kurz", kritisierte Meidinger. Es gehe nicht nur um die Kontrolle der Infektionseinschleppung durch Reiserückkehrer, sondern auch generell um die Eindämmung der vierten Welle, die erst im Herbst ihren Höhepunkt erreichen dürfte.

Viele Länder setzen auf Maskenpflicht

In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg hat die Schule bereits wieder begonnen. Am kommenden Dienstag enden auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Sommerferien. Mehrere Länder hatten vor den Ferien angekündigt, an den Schulen zumindest in den ersten beiden Wochen noch einmal das Tragen von Masken vorzuschreiben, als Sicherheitsmaßnahme wegen der Reiserückkehrer.

Meidinger forderte außerdem einen "flächendeckenden Einbau von Raumluftfilteranlagen in allen Klassenzimmern". Diese seien auch in belüftbaren Unterrichtsräumen ein wichtiger zusätzlicher Baustein für mehr Gesundheitsschutz. Es gebe immer noch eine Reihe von Bundesländern ohne eigene Förderprogramme dafür, kritisierte er. Viele Schulträger und Kommunen hielten sich bei der Beschaffung solcher Systeme zurück.

Inzidenz steigt weiter an

Derweil steigen die Corona-Zahlen in Deutschland weiter an. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 32,7 - am Vortag hatte der Wert 30,1 betragen, vor einer Woche 21,2. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 5644 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3206 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 11 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 24 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3,82 Millionen nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3,68 Millionen an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.864.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. August 2021 um 09:35 Uhr in den Nachrichten.