Volker Lechtenbrink | dpa

Trauer um Schauspieler Volker Lechtenbrink ist tot

Stand: 23.11.2021 09:06 Uhr

"Die Brücke" machte ihn als erst 14-Jährigen berühmt - schnell folgten Dutzende Rollen in Theatern und TV. Später nahm er auch Alben auf und wurde Theaterintendant. Jetzt ist Volker Lechtenbrink mit 77 Jahren gestorben.

Der Schauspieler, Sänger und Regisseur Volker Lechtenbrink ist tot. Er starb am Montag im Kreise seiner Familie an den Folgen einer schweren Erkrankung, wie seine Agentur und das Hamburger Ernst-Deutsch-Theater mitteilten. Lechtenbrink wurde 77 Jahre alt. Er lebte in Hamburg, war in fünfter Ehe verheiratet und hinterlässt einen Sohn und zwei Töchter.

Seinen großen Durchbruch hatte er bereits mit 14 Jahren gefeiert, als er in Bernhard Wickis Antikriegsfilm "Die Brücke" (1959) einen der sieben Jungen spielte, die kurz vor Kriegsende sinnlos eine Brücke verteidigen müssen. Neben Stationen an Theatern in Hannover, Köln, Berlin, München und vor allem Hamburg hatte er zahlreiche Fernsehauftritte ("Derrick", "Ein Fall für zwei"). Dazu kamen unter anderem Auftritte in den Verfilmungen der "Rosamunde Pilcher"- oder "Inga Lindström"-Reihen.

In den 70er-Jahren startete Lechtenbrink seine Karriere als Musiker und Moderator ("Leben, so wie ich es mag").

Volker Lechtenbrink und Cordula Trantow im Kriegsfilm "Die Brücke". | picture alliance / United Archiv

"Die Brücke" war für den damals 14-jährigen Lechtenbrink (hier mit Cordula Trantow) der Durchbruch. Bild: picture alliance / United Archiv

"Habe alles gespielt"

Lechtenbrink wurde am 18. August 1944 als Sohn eines Angestellten im ostpreußischen Cranz (heute Selenogradsk in Russland) geboren, wuchs aber in Bremen und Hamburg auf. Bereits mit acht Jahren übernahm er Sprechrollen im NDR-Kinderfunk. Nach seinem Auftritt in "Die Brücke" absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Hamburger Staatlichen Hochschule für Bildende Künste sowie beim privaten Hamburger Schauspielstudio Freese.

Schon mit 26 Jahren hatte er rund 60 Bühnen- und 50 Fernsehrollen gespielt. "Ich habe alles gespielt: vom Mörder bis zum Liebhaber, vom Verbrecher bis zum Komiker", sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa zu seinem 70. Geburtstag.

Bekannt wurde Lechtenbrink auch durch seine unverwechselbare sonore Stimme: Als Synchronsprecher war er unter anderem die deutsche Stimme von Kris Kristofferson und Burt Reynolds. 1995 kam noch der Job des Intendanten bei den Bad Hersfelder Festspielen hinzu, 2004 übernahm er für drei Jahre die Leitung des Hamburger Ernst-Deutsch-Theaters. Dort wurde ihm in diesem Jahr auch der Gustaf-Gründgens-Preis verliehen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. November 2021 um 09:05 Uhr.