Karl Lauterbach | dpa

Corona-Medikament Lauterbach hofft auf Paxlovid-Zulassung im Januar

Stand: 02.01.2022 12:57 Uhr

Der Bund hat sich bereits eine Million Einheiten des Corona-Medikaments Paxlovid gesichert. Nun hofft Gesundheitsminister Lauterbach auf eine Notfallzulassung noch in diesem Monat - auf nationaler Ebene.

Die Bundesregierung will noch im Januar das Corona-Medikament Paxlovid zur Behandlung schwerer Covid-19-Verläufe über eine Notfallzulassung einsetzbar machen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir bis Ende dieses Monats das dafür notwendige Paket geschnürt haben, dass wir also Lieferungen des Medikaments erhalten und eine Notfallzulassung erreicht haben", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach der "Welt am Sonntag". 

Medikament soll bald einsatzbereit sein

Laut dem SPD-Minister bereitet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) derzeit eine solche nationale Zulassung des Medikaments von Pfizer vor. Deutschland solle so bereits vor der noch ausstehenden Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) das Corona-Medikament einsetzen können. "Das Mittel eignet sich insbesondere für die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten", so Lauterbach. 

Bund sichert sich eine Million Einheiten bei Pfizer

Vor knapp einer Woche hatte Lauterbach die Order von einer Million Packungen Paxlovid bekanntgegeben. Das Medikament sei extrem vielversprechend, weil es in der frühen Gabe den schweren Verlauf von Covid deutlich abschwächen kann, hatte Lauterbach gesagt.

Das Präparat ist in der EU noch nicht zugelassen, die EMA unterstützt jedoch den Einsatz von Paxlovid für Notfälle. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat der Corona-Pille bereits eine Notfallzulassung für Risikopatienten ab zwölf Jahren erteilt. 

Medikament soll Vermehrung des Virus stoppen

Patienten nehmen nach Angaben des Herstellers über fünf Tage zwei Mal täglich jeweils drei Tabletten ein. Paxlovid besteht unter anderem aus dem Wirkstoff Nirmatrelvir, der ein Sars-CoV-2-Protein hemmt. Damit soll die Vermehrung des Virus gestoppt werden. Nach Angaben von Pfizer von Anfang November verhindern die Corona-Pillen sehr erfolgreich schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten.

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören eine Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Durchfall, Bluthochdruck und Muskelschmerzen. Die EU-Arzneimittelbehörde hatte außerdem mitgeteilt, dass Paxlovid nicht von Patienten mit schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen eingenommen werden dürfe und wegen Wechselwirkungen auch nicht in Kombination mit bestimmten anderen Arzneimitteln. Nicht empfohlen wird das Medikament für Schwangere.

Keine Alternative zur Impfung

Mittel wie Paxlovid gelten unter Experten als eine Säule der Coronavirus-Bekämpfung. Sie sind aber im Vergleich zu vorbeugenden Impfungen deutlich teurer und in der Anwendung oft komplizierter. Auch die FDA hatte erklärt, dass das Medikament für die breite Bevölkerung kein Ersatz für eine Impfung sei.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Januar 2022 um 10:00 Uhr und 11:00 Uhr in den Nachrichten.