Malu Dreyer

Kampf gegen Coronavirus Beschränkungen auch in Rheinland-Pfalz und Hessen

Stand: 20.03.2020 14:49 Uhr

Nach Bayern verschärfen auch Rheinland-Pfalz und Hessen die Bestimmungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie: In beiden Ländern wird die Gastronomie für das Publikum geschlossen, Versammlungen von mehr als fünf Menschen werden verboten.

Nach Bayern beschränken auch Hessen und Rheinland-Pfalz die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung. In Mainz erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Ansammlungen von Personen über fünf Personen seien in Rheinland-Pfalz bis auf weiteres verboten. Restaurants und Cafés werden geschlossen. Straßenverkauf und Lieferservice bleiben aber erlaubt. Ein radikales Ausgangsverbot soll es aber nicht geben.

Die Corona-Epidemie halte die Landesregierung in Atem wie keine andere Krise zuvor, sagte Dreyer. Viele, aber nicht alle, würden sich an die Einschränkungen halten. "Wir mussten auch feststellen, dass Menschen tun, was nicht gewollt ist - nämlich präsent sein im öffentlichen Raum." Daher seien die jetzigen Maßnahmen notwendig. Es gehe jetzt darum, die Alten und Vorerkrankten zu schützen.

Pressekonferenz: Malu Dreyer, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz, verkündet verschärfte Maßnahmen
tagesschau 24 14:00 Uhr, 20.03.2020

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Einschränkungen auch in Hessen

"Europa, Deutschland und auch Hessen sind inzwischen das Zentrum dieser Pandemie", sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Die persönliche Freiheit sei ein kostbares Gut, aber sie sei nie grenzenlos, sondern bedeute auch Verantwortung für den Nächsten. Leider müsse man aber auch in Hessen feststellen, dass es viele gebe, die sich nicht rücksichtsvoll verhalten.

Daher habe die Landesregierung beschlossen, ab Samstagmittag den Aufenthalt in Restaurants und Cafés zu verbieten. Der Verkauf von Essen zu Mitnehmen bleibe aber erlaubt. Außerdem sind ab Mitternacht Zusammenkünfte von mehr als fünf Menschen im öffentlichen Raum verboten. Man gehe davon aus, dass diese Maßnahmen helfen, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Eine radikale Ausgangssperre will aber auch Hessen bis jetzt nicht verhängen.

Ausgangssperre in Bayern

Zuvor hatte bereits Bayern weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt. Dies gelte ab Freitagnacht, 24 Uhr, für vorläufig zwei Wochen, kündigte Ministerpräsident Markus Söder an. Zu viele Menschen seien noch immer draußen in Gruppen unterwegs. Dies sei nicht zu akzeptieren.

Auch Saarland will verschärfen, Bund berät am Sonntag

Auch das Saarland will nachziehen. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) will eine Ausgangsbeschränkung. Er werde deshalb dem Ministerrat vorschlagen, eine entsprechende Allgemeinverfügung zu verabschieden und mit sofortiger Wirkung Restaurants im Saarland für Gäste zu schließen.

Inwieweit der Bund den Ländern folgen wird, ist offen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird mit den Ministerpräsidenten der Länder am Sonntag über die Notwendigkeit weiterer Schritte beraten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. März 2020 um 20:00 Uhr.

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