Renate Künast spricht im Bundestag. | Bildquelle: dpa

Künast gegen Fake News Strafanzeige wegen erfundener Nachricht

Stand: 10.12.2016 13:52 Uhr

Ein brisanter Fall, ein brisantes Zitat, eine seriöse angebliche Quelle: So wenig braucht man für Fake News. Das musste auch Renate Künast am eigenen Leib erfahren. Die Grünen-Politikerin stellte nun Strafanzeige wegen einer auf Facebook verbreiteten Falschnachricht.

Die Grünen-Politikerin Renate Künast geht per Strafanzeige und Strafantrag gegen eine Falschnachricht auf Facebook vor. Künast kritisierte im "Spiegel" das Online-Netzwerk zudem scharf: Solche Fake News müssten künftig umgehend gelöscht werden.

In dem Fall geht es um ein Foto und ein angeblich von Künast stammendes Zitat, das im Zusammenhang mit dem Mord an einer Freiburger Studentin und der Festnahme eines Verdächtigen auf diversen Facebook-Seiten wie "Widerstand deutscher Patrioten" verbreitet wurde. "Der traumatisierte junge Flüchtling hat zwar getötet, man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen", wurde Künast darin als Aussage zugeschrieben. Als angebliche Quelle für das Zitat wurde die "Süddeutsche Zeitung" angegeben.

Fake News - Gefahr für den Wahlkampf

Wie der "Spiegel" berichtet, habe Künast zunächst versucht, mit einem Post auf der eigenen Facebook-Seite die Sache klarzustellen. "Dieses Zitat ist frei erfunden", schrieb sie dort, "so werden Fake News produziert." Parallel dazu versuchte die Politikerin, das Unternehmen auf die Falschmeldung aufmerksam zu machen. Künast kritisierte, dass es trotz der eindeutigen Sachlage gut drei Tage gedauert habe, bis der Eintrag auf der "Widerstand"-Seite gelöscht worden sei. Dafür entschuldigte sich Facebook per E-Mail bei der Bundestagsabgeordneten.

Fake News müssten künftig umgehend nach Meldung gelöscht werden, sagte die Juristin Künast dem Nachrichtenmagazin. In solchen Falschmeldungen sehe sie nicht zuletzt nach den Erfahrungen im US-Wahlkampf auch eine Gefahr für den Bundestagswahlkampf im nächsten Jahr. Mittlerweile hat die Politikerin Strafanzeige gegen die Macher der "Widerstand"-Seite sowie gegen unbekannt gestellt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Dezember 2016 um 15:00 Uhr.

Darstellung: