Touristen in der Altstadt von Split, Kroatien, Archivbild | picture alliance / dpa

Corona-Pandemie Neue Risikogebiete an Kroatiens Küste

Stand: 20.08.2020 13:09 Uhr

Für mehrere Küstenregionen Kroatiens gilt ab sofort eine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt reagiert damit auf steigende Infektionszahlen in dem beliebten Urlaubsland. Luxemburg hat dagegen keinen Risiko-Status mehr.

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für Teile Kroatiens ausgesprochen. Die Reisewarnung gilt für die beiden südlichen Verwaltungsbezirke, die sogenannten Gespanschaften Sibenik-Knin mit dem Nationalpark Krka sowie Split-Dalmatien mit der Hafenstadt Split und den Inseln Brac und Hvar. Zuvor hatte das Robert Koch-Institut (RKI) die Regionen in seine aktualisierte Liste von Risikogebieten aufgenommen.

"Das Covid-19-Infektionsaufkommen war in Kroatien über mehrere Wochen niedrig, nimmt zuletzt allerdings stark zu. In den Gespanschaften Sibenik-Knin und Split-Dalmatien liegen die Inzidenzen derzeit bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage", betonte das Auswärtige Amt. Über die vergangenen 14 Tage liegt dieser Wert für ganz Kroatien bei 37,7.

Die Karte zeigt Kroatien mit den Gespanschaften Split-Dalmatien und Sibenik-Knin |

Tourimusbranche befürchtet Einbußen

Für die kroatische Tourismusbranche ist das eine schlechte Nachricht. Eine Reisewarnung aus Deutschland treffe Kroatien am härtesten, sagte der Direktor der kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt, Romeo Draghicchio, der Nachrichtenagentur dpa. "Die Deutschen sind unsere Urlaubsgruppe Nummer eins."

Derzeit hielten sich etwa 180.000 Urlauber aus Deutschland in dem EU-Land an der Adria auf, die meisten davon auf der nördlichen Halbinsel Istrien und an der Kvarner Bucht vor Rijeka. Der Tourismus ist eine sehr wichtige Branche in Kroatien: Er macht etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Die Tourismussaison dauert normalerweise bis Oktober.

Zuletzt hatte Kroatien einen scharfen Neuanstieg an Corona-Fällen registriert. Am Mittwoch meldeten die Behörden einen Höchstwert von 219 Fällen binnen eines Tages. Damit gibt es in dem Land mit etwa 4,19 Millionen Einwohnern nun 1520 aktive Fälle.

Touristen im Hafen von Split, Kroatien | picture alliance / PIXSELL

Touristen am Hafen von Split: Seit heute gilt die Region als Risikogebiet. Bild: picture alliance / PIXSELL

Luxemburg nicht mehr Risikogebiet

Luxemburg wurde dagegen wegen gesunkener Infektionszahlen von der Liste der Risikogebiete gestrichen. In Rumänien wurde das Gebiet Valcea zusätzlich zum Risikogebiet erklärt, einige andere rumänische Regionen gelten dagegen nun nicht mehr als Risikogebiete. Weiterhin Risikogebiete sind in der EU ganz Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln sowie die belgische Region Antwerpen und einige Regionen Bulgariens.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. August 2020 um 13:02 Uhr.