Polizeibeamte stehen vor einem Wohnhaus. | Bildquelle: dpa

Kriminalität 2018 Weniger Straftaten in der Statistik

Stand: 02.04.2019 09:35 Uhr

Bundesinnenminister Seehofer wird heute einen weiteren Rückgang der Straftaten verkünden. Laut "Welt" wurden 3,6 Prozent weniger Delikte verübt. Die Statistik ist allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Die Zahl der angezeigten Straftaten ist in Deutschland erneut gesunken. Die Polizei erfasste 2018 weniger Delikte als in den Vorjahren. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) heute in Berlin vorstellt.

Laut einem Bericht der "Welt" registrierte die Polizei 5,55 Millionen Straftaten. Das wären 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Tatverdächtigen sank demnach um 2,9 Prozent auf 2,05 Millionen. Damit setzt sich der Trend aus dem Jahr 2017 fort. Das Innenministerium meldete damals den niedrigsten Stand bei den Straftaten seit 1992.

Bundesinnenminister Horst Seehofer spricht bei einer Pressekonferenz | Bildquelle: dpa
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Bundesinnenminister Horst Seehofer stellt die Kriminalstatistik in Berlin vor.

Weniger Diebstähle angezeigt

Ungefähr ein Drittel der gemeldeten Straftaten 2018 waren dem Bericht zufolge Diebstahlsdelikte. Es seien weniger Fahrzeug- und Fahrraddiebstähle angezeigt worden, auch Taschen- und Ladendiebstahl habe erheblich abgenommen. Die Zahl gemeldeter Wohnungseinbrüche sei auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gesunken. Dagegen sei Tankbetrug, also Benzindiebstahl, leicht gestiegen.

Deutlich zugenommen haben dem Bericht zufolge die Verbreitung pornografischer Schriften und Drogendelikte. Bei "Widerstand gegen Staatsgewalt" etwa gegen Polizisten und Vollstreckungsbeamte habe es sogar eine deutlich Zunahme um fast 40 Prozent gegeben. Allerdings wurden in diesem Bereich die Regeln durch neue Straftatbestände verschärft.

Statistik zeigt nur erfasste Fälle

Wie hoch die Kriminalität tatsächlich ist, lässt sich aus der Kriminalstatistik nur bedingt ablesen. Es ist unklar, wie viele Delikte erst gar nicht angezeigt werden. Seehofer will deshalb in diesem Jahr auch eine Untersuchung vorstellen, bei der es unter anderem darum geht, wie sicher sich die Bürger fühlen und wie sie die Arbeit von Polizei und Justiz bewerten.

Mehr als die Hälfte der Straftaten wurde dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr aufgeklärt. Auch diese Quote ist nur wenig aussagekräftig - wegen einer statistischen Verzerrung: Sollten in einem Jahr mehr Straftaten - auch aus vergangenen Jahren - aufgeklärt werden, als neue Delikte dazukommen, wären theoretisch sogar Aufklärungsquoten von mehr als 100 Prozent möglich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. April 2019 um 08:47 Uhr.

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