Eine Dosis des Corona-Impfstoffes Sputnik V. | dpa

Russischer Corona-Impfstoff Deutschland will 30 Millionen Sputnik-Dosen

Stand: 22.04.2021 12:21 Uhr

Nach Angaben des sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer plant Deutschland, 30 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V zu erwerben. Voraussetzung sei die Zulassung durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA.

Deutschland will laut Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer 30 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V erwerben. "Wir wollen dreimal zehn Millionen Dosen - im Juni, Juli und im August - Sputnik V kaufen", sagte der CDU-Politiker nach einem Gespräch mit dem russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko in Moskau. Voraussetzung sei aber die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde.

Die EMA-Zulassung bilde die nötige Vertrauensbasis. Es wäre ein großer Erfolg, wenn die Zulassung im Mai erfolgen würde, so Kretschmer. Derzeit befinde sich eine EMA-Delegation in Moskau. Man wolle gemeinsam diese Zulassung erreichen, habe der russische Gesundheitsminister versichert. "Der Minister ist guter Dinge, wir auch."

Kretschmer: Große Zustimmung in Sachsen

Kretschmer geht davon aus, dass der russische Impfstoff in Sachsen eine große Zustimmung genießen wird. Sollte die Lieferung klappen, würde das Bundesland nach dem Verteilschlüssel der Bundesländer in den drei Monaten jeweils 500.000 Dosen bekommen. "Wir werden sehen, ob die Zustimmung überall so hoch ist wie in Sachsen und den neuen Ländern für den Impfstoff - vielleicht kriegen wir dann auch mehr", sagte Kretschmer in Anspielung auf mögliche Vorbehalte in westlichen Bundesländern.

Kretschmer selbst will sich in der kommenden Woche mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen lassen. Er wolle ganz bewusst zeigen, dass dieser Impfstoff sicher sei, erklärte er.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch kritisiert, dass einige EU-Staaten Sputnik V bereits ohne EMA-Zulassung einsetzen. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte Verhandlungen über den Kauf angekündigt, nachdem Länder wie Bayern und Mecklenburg-Vorpommern eigenständig mit dem russischen Hersteller verhandelt hatten. In Deutschland ist der Bund für die Impfstoff-Beschaffung zuständig.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. April 2021 um 17:00 Uhr.