Monitor, auf dem ein Bild von Melanom-Zellen (schwarzer Hautkrebs) zu sehen ist

Robert Koch-Institut Mehr Krebserkrankungen erwartet

Stand: 17.12.2019 12:47 Uhr

Krebs gehört in Deutschland und weltweit zu den Haupttodesursachen. Das Robert Koch-Institut erwartet, dass die Zahl der Krebserkrankungen weiter ansteigen wird. Der Grund: Die Menschen werden immer älter.

Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer weiter steigenden Zahl an Krebserkrankungen in Deutschland. Für 2020 werde erwartet, dass die Erkrankungen gegenüber 2016 um knapp 20.000 auf rund 510.000 neu diagnostizierte Fälle ansteigen, teilte das RKI mit.

Fast 500.000 Neuerkrankungen

Im Jahr 2016 erkrankten in Deutschland etwa 492.000 Menschen neu an Krebs. Das geht aus einer Schätzung des RKI hervor. Die häufigsten bösartigen Tumoren betrafen die Brust (68.900 Neuerkrankungen), die Prostata (58.800), den Dickdarm (58.300) und die Lunge (57.500). Einen Anstieg von Neuerkrankungen und Sterbefällen registrierten die Fachleute auch für Dünndarmkrebs und Analkrebs. Beide Tumorarten sind selten.

"Erfreulicherweise beobachten wir für viele Krebsarten eher rückläufige Erkrankungsraten, aber trotzdem steigt die Gesamtzahl der Krebserkrankungen aufgrund der Alterung der Gesellschaft", betonte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Überlebenschance von Tumor abhängig

Krebs gehört in Deutschland und weltweit zu den Haupttodesursachen. Die Überlebensaussichten sind in hohem Maße von der Art des Tumors abhängig. Sie liegen für einen Zeitraum von fünf Jahren nach Diagnose von unter 20 Prozent für bösartige Tumoren der Lunge, Leber und Bauchspeicheldrüse und bis zu mehr als 90 Prozent für das maligne Melanom der Haut, Hodenkrebs und Prostatakrebs.

Die Zahlen zum zumeist nicht lebensbedrohlichen hellen Hautkrebs sind in der Gesamtzahl nicht enthalten, aber in einem eigenen Kapitel dokumentiert. Demnach wurde 2016 bei etwa 230.000 Menschen eine nicht-melanotische Hautkrebsform diagnostiziert, etwa 1000 Menschen starben daran.

Daten aller Bundesländer

Das RKI veröffentlicht alle fünf Jahre einen umfassenden Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland, das nächste Mal 2021. In den Bericht flossen Daten von Krebsregistern aller Bundesländer ein. Das Institut ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 29. Juli 2019 um 17:03 Uhr.

Darstellung: