Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung | Bildquelle: picture alliance / Sina Schuldt/

Corona-Krise Höchster Krankenstand seit 20 Jahren

Stand: 26.05.2020 04:27 Uhr

In der Corona-Krise hat die Techniker Krankenkasse für März den höchsten Krankenstand seit 20 Jahren verzeichnet. Das Virus sorgt laut Medienbericht zudem für deutlich weniger Einnahmen bei den Gesetzlichen.

Der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge haben sich im März so viele Arbeitnehmer krank gemeldet wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das berichtet die Funke Mediengruppe, der eine Auswertung der Kasse vorliegt. Demnach lag der Anteil krankgeschriebener Beschäftigter bei 6,84 Prozent. Der Höchststand im vergangenen Jahr lag den Angaben zufolge bei 5,30 Prozent.

Als Grund für die Krankschreibungen wurden vor allem Erkältungskrankheiten genannt, hieß es. Der Chef der TK, Jens Baas, vermutet, dass ein Großteil des überdurchschnittlichen Krankenstandes mit präventiven Krankmeldungen aufgrund der Corona-Pandemie zu erklären ist. Schon Anfang Mai hatte der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) berichtet, der Krankenstand sei während der Corona-Krise stark gestiegen.

Weniger Einnahmen und wohl mehr Ausgaben

Wegen der Corona-Krise erwarten die Kassen zudem weniger Einnahmen. Im gesetzlichen Krankenversicherungssystem gehe man für das laufende Jahr von 4,8 Milliarden Euro Mindereinnahmen aus, sagte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassenverbands VDEK, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Ausgabensteigerungen seien noch unklar, ersten Schätzungen zufolge summierten sich aber allein die Ausgleichszahlungen für Pfleger und Therapeuten sowie die Kosten für die Ausweitung der Corona-Tests auf symptomfreie Personen auf 3,3 Milliarden Euro. Wie hoch die Gesamtbelastungen für die gesetzlichen Krankenkassen genau sind, werde sich erst in einigen Monaten herausstellen.

Gründe für die sinkenden Einnahmen sind unter anderem die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, wie etwa gestiegene Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit. Außerdem entstehen Zusatzausgaben etwa durch die Aufstockung von Intensivbetten oder durch die Übernahme der Kosten auch für symptomunabhängige Corona-Tests. Allerdings sind vorübergehend auch Ausgaben gesunken, weil Operationen und Behandlungen aufgeschoben wurden.

Bereits Mitte Mai hatten die gesetzlichen Krankenkassen wegen Zusatzausgaben und erwarteten Mindereinnahmen durch die Corona-Krise staatliche Unterstützung gefordert. Angesichts der geplanten Ausweitung von Corona-Tests pochten die Kassen zuletzt darauf, dass der Staat die Kosten mitträgt.

Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell am 26. Mai 2020 um 09:45 Uhr.

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