Bundeswehrsoldaten der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) beim Training (Archivbild 2014) | picture alliance/dpa

Munitionsaffäre Vorermittlungen gegen KSK-Kommandeur

Stand: 21.03.2021 17:15 Uhr

Im Zusammenhang mit der Munitionsaffäre lässt Ministerin Kramp-Karrenbauer das Verhalten des KSK-Kommandeurs prüfen. Sie hat disziplinare Vorermittlungen gegen ihn einleiten lassen. In der Zeit bleibe er aber auf seinem Posten.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat im Zusammenhang mit der Munitionsaffäre bei der Bundeswehr-Elitetruppe KSK ein Vorermittlungsverfahren gegen den Kommandeur einleiten lassen. Es sei nun Sache der Wehrdisziplinaranwaltschaft zu prüfen, ob KSK-Kommandeur Markus Kreitmayr mit der von ihm angeordneten Munitionsamnestie gegen Regeln verstoßen habe, erklärte die Ministerin. Während der Ermittlungen bleibe der Brigadegeneral auf seinem Posten: Er habe ein "faires und transparentes Verfahren verdient".

Kreitmayr führt einen Reformprozess in der Eliteeinheit des Deutschen Heeres. Ihm wird aber angelastet, dass Soldaten im vergangenen Jahr gehortete oder auch gestohlene Munition ohne weitere Registrierung und Folgen zurückgeben konnten. Erklärtes Ziel war es, Munition umfassend unter Kontrolle zu bringen.

Kramp-Karrenbauer sprach von einer "Kultur der systematischen Missachtung von Regeln beim Umgang mit Munition", das vor der Übernahme des Kommandos durch General Kreitmayr beim KSK geherrscht habe. Dies werfe auch Fragen an die Kommandoebene des KSK "mindestens der Jahre 2017 und 2018" auf. 

Grünen-Politiker: Ermittlungen unausweichlich

Der Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Lindner nannte die Ermittlungen unausweichlich: "Dafür, dass erst jetzt - Monate nachdem das Ministerium von der Amnestie Kenntnis erlangte - ermittelt wird, trägt Annegret Kramp-Karrenbauer letztendlich die Verantwortung", erklärte der Bundestagsabgeordnete. "Nicht nur Brigadegeneral Kreitmayr und das KSK müssen wissen, wer den Verband durch einen schwierigen Reformprozess führt."

Am Montag will die Ministerin nach Calw reisen, um persönlich mit den Soldaten zu sprechen. Am Dienstag will sie dann den zweiten Zwischenbericht zur Umsetzung des Reformpakets zur Bekämpfung rechtsextremistischer Tendenzen beim KSK vorlegen. "Das Kommando Spezialkräfte ist eine hochspezialisierte Einheit, die sich in schweren Einsätzen bewährt hat. Das KSK muss aber in den nächsten Wochen und Monaten weiter beweisen, dass es zu einem grundlegenden Wandel seiner Binnenkultur fähig ist", sagte Kramp-Karrenbauer zum Stand der Reformen. "Von mir gibt es für das KSK weder einen Freifahrtschein noch eine Vorverurteilung."

Das KSK war schon vor der Munitionsaffäre durch eine Reihe rechtsextremer Vorfälle in die Schlagzeilen geraten. Ministerin Kramp-Karrenbauer hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr eine KSK-Kompanie aufgelöst. Im Sommer will sie eine Grundsatzentscheidung über die Zukunft der Elitetruppe treffen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. März 2021 um 17:03 Uhr.