Flugzeuge der Lufthansa stehen geparkt auf den Frankfurter Flughafen. | Bildquelle: dpa

Kosten für Rückholflüge "Maas-Airline" stellt Rechnungen

Stand: 26.06.2020 21:00 Uhr

Jetzt werden sie zur Kasse gebeten: Touristen, die in der Corona-Krise vom Auswärtigen Amt nach Deutschland zurückgeholt wurden, müssen jetzt 200 bis 1000 Euro für die Flüge zahlen - je nachdem, wo sie Urlaub gemacht haben.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

"Maas-Airline", so wurden die eigens organisierten Charterflüge der Bundesregierung genannt, halb spöttisch, halb bewundernd. Denn mehr als 200.000 Deutsche wegen der Corona-Pandemie aus allen Teilen der Welt zurückfliegen - das war ein Kraftakt für den Bundesaußenminister, für Hunderte von Mitarbeitern im Auswärtigen Amt und in den Botschaften in zahlreichen Ländern. Insofern hat Heiko Maas, als die Rückflüge weitgehend abgeschlossen waren, auch klargemacht: "Wir können und wollen eine solche Aktion nicht wiederholen."

Rund 94 Millionen Euro hat die Rückholaktion gekostet. Der Bundestag hat dazu der Bundesregierung Geld vorgestreckt. Doch der Bund wird nicht die gesamte Summe zahlen, sondern holt sich einen Großteil zurück - aus einem EU-Zivilschutzfonds sowie von den Reisenden selbst. Die ersten Rechnungen sind jetzt verschickt worden.

Nach Reiseland gestaffelte Kosten

Für Flüge von den Kanarischen Inseln und aus Nordafrika werden 200 Euro fällig, der Rückflug aus der Karibik und dem südlichen Afrika kostet 500 Euro. Wer aus Südamerika und Asien zurückgeholt wurde, muss 600 Euro, aus Neuseeland und Australien 1000 Euro bezahlen.

Rund 67.000 Reisende werden so zur Kasse gebeten. Die meisten sind Deutsche, aber es trifft auch Bürger aus Drittstaaten und der EU. Die übrigen Rückgeholten sind teils über Reisebüros, teils mit anderen Fluglinien gekommen und haben bereits Geld dafür bezahlt. Daher sei es nur recht und billig, dass nun auch die Passagiere an den Kosten beteiligt werden, die der Bund betreut hat - darüber hat Außenminister Maas nie einen Zweifel gelassen.

Mit den Pauschalpreisen zwischen 200 und 1000 Euro sei man transparent und unbürokratisch vorgegangen, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. In den nächsten Monaten werden die Rechnungen nun peu-à-peu verschickt, sobald dem Auswärtigen Amt alle Passagierdaten vorliege. Da weltweit immer noch zahlreiche Flughäfen geschlossen sind, dürfte das noch eine Weile dauern.

"Maas-Airline" stellt Rechnungen für Corona-Rückholaktion
Angela Ulrich, ARD Berlin
26.06.2020 20:50 Uhr

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