Aktivisten klettern im Hambacher Forst auf Bäume | Bildquelle: AFP

Kohlekommission Hambacher Forst soll bleiben

Stand: 26.01.2019 09:19 Uhr

Es ist nur einer von vielen Punkten des Kohlekompromisses. Aber er lässt Umweltschützer besonders jubeln. Die Kohlekommission empfiehlt, den Hambacher Forst zu erhalten.

Die Kohlekommission der Bundesregierung hat im Streit um den umkämpften Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen eine Empfehlung abgegeben. Im am Morgen verabschiedeten Abschlussbericht heißt es, ein Erhalt des Waldstücks sei "wünschenswert".

Der Streit zwischen dem Energiekonzern RWE und Aktivisten um dem Hambacher Forst hatte Schlagzeilen gemacht. Ein Gericht hat die von RWE für den Braunkohle-Tagebau geplante und von Behörden genehmigte Rodung vorerst gestoppt. Auch Orte in den Kohleregionen wie dem Rheinischen Revier und der Lausitz sollen für den Tagebau weichen.

Zufriedene Umweltschützer

Umweltschützer zeigten sich mit diesem Teil des Abschlussberichts besonders zufrieden. Der Vorsitzende des Umweltverbandes BUND, Hubert Weiger, sprach von einem starken Signal. Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser erklärte, der Forst sei damit gerettet.

Insgesamt fiel das Echo auf den Kompromiss gemischt aus. Die Umweltschützer begrüßten, dass es nun einen schnellen Einstieg in den Ausstieg aus der Kohleverstromung geben soll. BUND-Chef Weiger erkannte "ein Signal des Aufbruchs". Der Verband sei aber unzufrieden mit dem späten endgültigen Ausstiegsdatum. Weiger verwies auf die geplante Revisionsklausel 2035. Auch Greenpeace erklärte, es sei "inakzeptabel", erst im Jahr 2038 aus der Kohle auszusteigen.

Umweltaktivisten errichten ein Zeltlager im Hambacher Forst | Bildquelle: dpa
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Umweltschützer protestieren seit Jahren gegen die Rodung des Hambacher Forstes - nun sieht es nach einem Erfolg für sie aus.

Verbände und Gewerkschaften ziehen positives Fazit

Der Chef der Bergbaugewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sprach von einem "ordentlichen Ergebnis". Die Klimaziele würden erreicht, es gebe "ordentliche Strukturhilfen" für die Regionen. Die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen, Katherina Reiche, würdigte das Ergebnis als "gute Grundlage", um die Kohleverstromung zu gestalten. Zentrale Punkte seien auch Zukunftsperspektiven und neue Arbeitsplätze in den Revieren.

Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bezeichnete die Einigung als den "erhofften Durchbruch". Die Kommission schaffe damit Planungssicherheit für die Energiewirtschaft, erklärte BDEW-Präsidentin Marie-Luise Wolff und appellierte an die Politik, das Ergebnis entschlossen, zügig und vollumfänglich umzusetzen.

Die Kohlekommission hatte sich nach einer mehr als 20-stündigen Marathonsitzung darauf verständigt, dass Deutschland spätestens 2038 aus der Kohle aussteigen soll. 2032 soll überprüft werden, ob der Ausstieg schon 2035 vollzogen werden kann.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Januar 2019 um 09:00 Uhr.

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