Windrad im Sonnenuntergang |

Forderungen der Klima-Allianz Mehr Tempo im Kampf gegen Klimawandel

Stand: 01.03.2021 17:36 Uhr

Mehr Ökostrom, schnellerer Kohleausstieg, Tempolimit und Bahn statt innerdeutscher Flugverkehr: 140 Organisationen fordern sieben Monate vor der Bundestagswahl, die Klimaziele ambitionierter anzugehen.

Von Torsten Huhn, ARD-Hauptstadtstudio

Die nächste Bundestagswahl wird eine Klima-Wahl sein - davon ist die Klima-Allianz Deutschland überzeugt. 140 Organisationen haben sich in dieser Allianz zusammengeschlossen. Sie alle setzten sich für ambitionierten Klimaschutz ein, sagt die Geschäftsführerin der Allianz, Christiane Averbeck: "Weil die Klimakrise einfach schon so erfahrbar ist, dass es offensichtlich ist, dass auch die kommende Regierung unbedingt handeln muss."

Torsten Huhn ARD-Hauptstadtstudio

"Raus aus der Kohle"

Mit den Mitgliedern der Klima-Allianz könne man fast 25 Millionen Menschen erreichen. All diese Organisationen stünden für ambitionierten Klimaschutz, sagte Averbeck. Die Allianz fordert einen raschen Ausbau erneuerbarer Energien, einen beschleunigten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, eine solide Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs und Klimaneutralität bis 2040 - zehn Jahre früher als bislang von der Politik geplant.

Dafür setzt sich auch Antje von Broock vom BUND ein. Sie sagte: "Wir müssen raus aus den fossilen Energieträgern, allen voran aus der Kohle." Es sei niemandem mehr zu erklären, "dass heute noch Dörfer geschliffen werden sollen für den Kohleabbau, wo die Tage der Kohleverbrennung gezählt sind". Von Broock plädiert dafür, den Energieverbrauch zu verringern und überall die erneuerbaren Energien auszubauen, auch im Süden Deutschlands. Man müsse Energie sehr bewusst verbrauchen und sehr effizient einsetzen.

Soziales mit Ökologie verbinden

Ulrich Schneider vom Paritätischen Gesamtverband tritt dafür ein, der Klimakrise mit einer sozial-ökologischen Politik entgegenzutreten, die alle Menschen mitnimmt. Man müsse klimapolitisch deutlich ambitionierter werden und mit einem sozial gerechten Ausgleich verhindern, dass sich die gesellschaftliche Spaltung dabei vertieft, sagt Schneider.

"Wir sind das fünftwirtschaftsstärkste Land auf diesem Erdball in Deutschland. Wenn irgendjemand es schaffen muss, Soziales zu verbinden mit Ökologischem, dann ist es doch wohl Deutschland", betont er.

Braunkohletagebau NRW | dpa

Nordrhein-Westfalen, Inden: Windräder zur Stromherstellung stehen am Rand des Braunkohletagebaus in Inden. Die Klima-Allianz will eine Ausstieg aus der Kohle bis 2030. Bild: dpa

Klimakrise trifft die Ärmsten am härtesten

Pirmin Spiegel, Chef des katholischen Hilfswerkes Miserior, hat lange im Ausland gearbeitet und daher noch eine andere Perspektive. Er weist darauf hin, dass die Klimakrise vor allem die ärmsten Länder trifft - zum Beispiel Mosambik: "In den letzten zwei Jahren wurde Mosambik, eines der ärmsten Länder der Welt, mehrfach von tropischen Wirbelstürmen betroffen, die landesweit massive Zerstörungen verursachten."

An diesem Beispiel zeige sich, dass die ärmsten Länder durch die Klimakrise besonders betroffen sind und dass dies eine nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung verhindere.

Deutschland müsse seine Anstrengungen für den Klimaschutz verstärken und mehr Geld dafür bereitstellen, fordert Spiegel. Die Klima-Allianz Deutschland freut sich nun auf Diskussionen mit den Vertretern der Bundestagsparteien.

 

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 01. März 2021 um 17:05 Uhr.