Kirchenbänke mit Absperrband davor | Bildquelle: dpa

Kirchen legen Konzepte vor Wie Gottesdienste aussehen könnten

Stand: 25.04.2020 09:41 Uhr

Begrenzte Teilnehmerzahl, Sicherheitsabstand und Mundschutz: Die Religionsgemeinschaften haben Konzepte vorgelegt, wie Gottesdienste bald wieder stattfinden könnten. Kommende Woche soll über die Vorschläge beraten werden.

Die Religionsgemeinschaften haben sich mit Bund und Ländern über Konzepte für religiöse Feiern während der Coronavirus-Pandemie abgestimmt. Die Pläne beruhen auf 15 Konzepten von Religionsgemeinschaften und Ergänzungen des Robert Koch-Instituts. Darunter befinden sich Vorschläge der beiden christlichen Kirchen, des Zentralrats der Juden sowie des Koordinationsrates der Muslime.

Gläubige sollen demnach unter anderem einen Sicherheitsabstand von 1,5 bis zwei Metern einhalten. Auch eine Begrenzung der Teilnehmerzahl sei vorgesehen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

Seit Mitte März gilt im Prinzip ein Versammlungsverbot für Gotteshäuser. In Sachsen werden aber seit dieser Woche wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert. Bayern kündigte an, ab dem 4. Mai öffentliche Gottesdienste unter strengen Auflagen wieder zu erlauben. Auch Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Brandenburg hatten dies für Anfang Mai angekündigt.

Mit eigenem Gesangbuch, aber ohne lautem Gesang

Um das Abhalten von Gottesdiensten wieder zu ermöglichen, schlagen beispielsweise die katholische und die evangelische Kirche in ihren Konzepten markierte Plätze zur Einhaltung des Abstandes in den Gotteshäusern vor. Das Betreten und Verlassen der Kirche solle "geordnet organisiert werden", nach Möglichkeit mit der Hilfe von Ordnern. Nach Möglichkeit sollen zudem Ein- und Ausgang getrennt und Laufwege als Einbahnwege markiert sein.

Außerdem wird empfohlen, während des Gottesdienstes einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und liturgische Berührungen etwa zum Friedensgruß zu vermeiden. Kollekten sollen nur am Kirchenausgang stattfinden. Die Gläubigen sollen eigene Gesangbücher mitbringen und auf lauten Gesang verzichten.

Die katholischen Priester sollen bei der Kommunionausteilung vor der Gabenbereitung die Hände desinfizieren. Auch auf evangelischer Seite soll bei den Abendmahlsfeiern "besondere hygienische Achtsamkeit" gelten.

Keine Altersgrenze

Die Zahl der Gottesdienste soll bei Bedarf erhöht werden, und möglichst viele Feiern sollten im Freien stattfinden, heißt es weiter. Taufen und Hochzeiten und andere Feiern sollen nach Möglichkeit verschoben werden. Trauergottesdienste und Beerdigungen am Grab sollten im Einklang mit den regional geltenden Regeln gestaltet werden können.

Eine Altersgrenze wird von beiden Kirchen nicht genannt. Sie empfehlen aber weiterhin, auf Live-Streaming-Angebote zurückzugreifen. Damit soll insbesondere alten und kranken Menschen die Teilnahme möglich gemacht werden.

Die Pläne sollen am Montag im Corona-Kabinett besprochen werden. Mitte der Woche würden sich dann Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer nächsten Besprechung damit befassen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 24. April 2020 um 14:45 Uhr.

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