Mann blickt auf  Monitor | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Nach Razzia Darknet-Plattform abgeschaltet

Stand: 18.11.2019 11:10 Uhr

Die Polizei hat eine Plattform im Darknet abgeschaltet, auf der Kinderpornografie verbreitet wurde. Sie verdächtigt einen 43 Jahre alten Mann, hinter der Seite zu stehen. Beamte durchsuchten mehrere Häuser.

Die Polizei ist mit einer großangelegten Razzia gegen eine Kinderpornografie-Plattform im Darknet vorgegangen. Dabei durchsuchte sie bereits am vergangenen Mittwoch Objekte in sieben Bundesländern. Einsätze gab es in insgesamt 26 Häusern und Wohnungen in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

Neun Verdächtige sollen über eine Darknetplattform kinder- und jugendpornografische Schriften ausgetauscht haben. Als Drahtzieher gilt ein 43 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Schwäbisch-Hall. Er soll die Plattform "Tor Chat Directory" betrieben haben, wie die zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt mitteilte. Den Server entdeckten die Ermittler in Frankfurt und schalteten ihn ab. Gegen den Mann bestehe Tatverdacht, darüber hinaus gegen mehrere mutmaßliche Nutzer der Plattform.

Keine Festnahmen

Da derzeit noch kein dringender Tatverdacht bestehe, habe es keine Festnahme gegeben, sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft. Die Nutzer sollen auf der Plattform ihre Kontaktdaten hinterlegt haben, verbunden mit ihren sexuellen Präferenzen. Der mutmaßliche Pattformbetreiber soll außerdem im Darknet das Angebot gemacht haben, gegen Geld Monatsabonnements für den Bezug kinder -und jugendpornografischer Schriften abzuschließen. Neben den Durchsuchungen in Deutschland wurden auch drei Objekte in der Schweiz durchsucht.

Einen Zusammenhang mit dem Kindesmissbrauchsfall von Bergisch-Gladbach gebe es nicht, hieß es.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. November 2019 um 11:24 Uhr.

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