Windräder | dpa

Entscheidung des Bundeskabinetts Reform für schnelleren Ökostrom-Ausbau

Stand: 23.09.2020 12:50 Uhr

Mehr Windräder, weitere Solarparks - die Regierung will den Ausbau von Ökostrom vorantreiben. Dazu brachte das Bundeskabinett eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes auf den Weg.

Eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) soll dem Ausbau von Solaranlagen und Windrädern in Deutschland neuen Schwung verleihen und damit die Energiewende voranbringen. Das Bundeskabinett stimmte einem entsprechenden Gesetzesentwurf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zu. Angestrebt ist, dass die Reform zum Jahreswechsel in Kraft tritt.

Mehr Windräder und Solaranlagen

Diese sieht unter anderem einen beschleunigten Ausbau von Windrädern und Solaranlagen sowie mehr Digitalisierung der Stromnetze vor. Kommunen und Bürger sollen stärker von Windrädern in ihrer Nachbarschaft profitieren, um die Akzeptanz für die Anlagen zu steigern. Ein jährliches Monitoring soll dafür sorgen, dass rasch nachgesteuert wird, wenn sich etwa der Stromverbrauch anders entwickelt als vorgesehen.

Bis 2030 soll 65 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien kommen - in diesem Jahr sind es bisher etwa 50 Prozent. 2050 dann soll der gesamte in der Bundesrepublik verbrauchte und produzierte Strom klimaneutral sein.

Ausbau hinkt

Weil unter anderem Autos zunehmend elektrisch fahren sollen, halten Kritiker die Annahmen des Bundes zum Stromverbrauch für zu gering. In den vergangenen Jahren ging der Ökostrom-Ausbau zu langsam voran, um die Ziele zu erreichen. Vor allem lange Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen sowie Proteste und Klagen von Anwohnern und Naturschützern erschweren den Bau neuer Wind- und Solarparks.

Ende 2022 geht das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz. Für den Klimaschutz sollen außerdem bis spätestens 2038 nach und nach alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. September 2020 um 12:10 Uhr.