Neues Logo der Jusos | Bildquelle: dpa

Wahlkampf der Jusos Heftige Kritik an Dosenwerf-Aktion

Stand: 13.05.2019 16:11 Uhr

Es sollte eine witzige Wahlkampfaktion sein, doch der Schuss ging für die Jusos nach hinten los: Beim Dosenwerfen reihten sich auf Fotos aktuelle Politiker neben Hitler ein. Für die Union völlig "inakzeptabel".

Mit einer Wahlkampfaktion im bayerischen Ansbach hat die Jusos den Ärger der Union auf sich gezogen. Die Organisation hatte an einem Stand Dosenwerfen angeboten. Auf den Dosen waren die Konterfeis verschiedener Politiker zu sehen - von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, Verkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU über AfD-Mitglieder bis hin zu einem Bild von Adolf Hitler.

"Ihr schürt den Hass in der Mitte der Gesellschaft"

Die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl hatte ein Foto des Dosenturms auf Twitter veröffentlicht, mit dem Zitat: "Ein super Infostand der JUSO Ansbach. Danke! Ihr seids Spitze!"

Die Kritik folgte prompt: "Ich fordere die SPD-Führung auf, sich von solchen Aktionen sofort und klar zu distanzieren", hieß es von CDU-Generalsekretär Paul Zemiak. Auf Twitter warf er der Jusos vor, "den Hass in der Mitte der Gesellschaft" zu schüren.

"Inakzeptabel und erschütternd"

Auch der CSU-Abgeordnete Markus Blume sah die SPD-Spitze in der Pflicht, auf die Aktion, die "Anstand vermissen" lasse, zu reagieren:

"Die schäbigen Vergleiche und Spiele der Jusos sind völlig inakzeptabel. Dass diese Aktion vom SPD-Establishment beklatscht und angefeuert wird, ist erschütternd und verlangt ein Einschreiten der SPD-Parteispitze."

Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, empfahl der SPD per Tweet eine "Anstandstherapie", "um mal wieder in der Realität anzukommen".

Noichl entschuldigt sich

Noichl hat das Bild inzwischen wieder bei Twitter gelöscht und entschuldigte sich "für die Aktion, die Menschen verletzt hat": "Dies war und ist nie meine Absicht oder die der Jusos Ansbach gewesen." Sie habe die Aktion falsch eingeschätzt und bedankte sich für die "sachliche Kritik".

Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell am 13. Mai 2019 um 14:02 Uhr.

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