TV-Moderator Günter Jauch

Urteil zum Schutz der Privatsphäre Jauch verliert Rechtsstreit um Hochzeitfotos

Stand: 16.06.2016 15:57 Uhr

Keine Berichte über seine Hochzeit - das hatte Günter Jauch vorher anwaltlich verfügt. Die "Bunte" hielt sich aber nicht daran und druckte trotzdem Details ab. Zu recht, wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte jetzt unter Berufung auf die Meinungsfreiheit urteilte.

Günter Jauch und seine Frau Thea sind mit ihrer Klage wegen eines "Bunte"-Berichts über ihre Hochzeit vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gescheitert. Der Fall war jahrelang durch mehrere Instanzen gegangen.

Recht auf Meinungsfreiheit siegt

Die Straßburger Richter urteilten nun, die zuvor mit dem Fall befassten deutschen Gerichte hätten das Recht der Jauchs auf Schutz der Privatsphäre sorgfältig gegen das Recht auf Meinungsfreiheit der Zeitschrift abgewogen. Die Klage wurde in einem endgültigen Entscheid abgewiesen.

Vor ihrer Hochzeit im Jahr 2006 hatte das Paar über seinen Anwalt Presseberichte untersagt. Die "Bunte" druckte aber dennoch einen Artikel und Fotos ab, unter anderem ein Bild der Braut kurz vor der Trauung. Der Text zitierte aus den Hochzeitsreden und beschrieb Details wie das Hochzeitskleid, das Essen und die Dekoration der Kirche.

TV-Moderator Günter Jauch und seine Frau Thea

TV-Moderator Günter Jauch und seine Frau Thea

Öffentliches Interesse gerechtfertigt

Der TV-Moderator und seine Frau klagten anschließend vor Hamburger Gerichten auf Schadenersatz - jedoch vergeblich. Die Straßburger Richter hatten nun gegen diese Entscheidungen nichts einzuwenden und akzeptierten die Einschätzung, dass es ein öffentliches Interesse an der Hochzeit gab - wegen Jauchs Prominenz, aber auch weil zu den Gästen der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, zählte. Das Paar hatte seine Hochzeit in einem Potsdamer Schloss mit mehr als 100 Gästen gefeiert.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. Juni 2016 um 13:25 Uhr

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KOMMENTARE

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blume 16.06.2016 • 22:35 Uhr

Ein Argument FÜR den Brexit

Es gibt den juristischen Ansatz der besagt, dass wenn man sein Privatleben nicht preisgibt und der Presse dies bisher auch nie tat, hat die Presse kein Recht sich ins Privatleben einzumischen. Das wäre ja so wie, dass ich kein Recht mehr auf freie Berufswahl habe, weil ich mal im Gefängnis gesessen hatte. Was bitte hat das eine mit dem anderen zu tun? Job ist Job. Privatleben ist Privatleben. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich? In Klammern denkste! Dass nun die EU höchstrichterlich so entscheidet ist lächerlich. Die Türkeideals inklusive. Das befürwortet eigentlich nur den Austritt aus der EU auch für Deutschland. Die EU braucht mehr juristische Disziplin. Dazu gehört bitte schön, dass sie die Regeln einhält, die ursprünglich ausgemacht waren!